Eigentumsstruktur transparenter
MLP-Aktionäre billigen geplante Neuordnung

. Die Aktionäre des Finanzdienstleisters MLP AG haben den Weg für die geplante Neuordnung der Kapital- und Beteiligungsstruktur der Heidelberger Gesellschaft frei gemacht. Eine Unternehmenssprecherin teilte am Freitag in Heidelberg mit, die Vorzugs- und Stammaktionäre hätten auf getrennten Hauptversammlungen die umfangreichen Pläne mit großer Mehrheit gebilligt. Damit werden nun alle Vorzugsaktien der Firma in Stammaktien umgewandelt.

Reuters HEIDELBERG. Zudem will MLP mit Hilfe einer Kapitalerhöhung seine Töchter komplett übernehmen. Nach der Meinung von Analysten erhöhen die Maßnahmen die Chance auf einen Einzug in den Dax weiter.

Die Aktionäre des vorwiegend auf Akademiker spezialisierten Finanzanbieters stimmten am Freitag über zwei Punkte ab: Erstens wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 29,5 Mill. neue Stammstückaktien und somit um bis zu 37,25 % erhöhen. Der zweite Tagesordnungspunkt betraf die Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien. Mit der für fünf Jahre geltenden Ermächtigung zur Kapitalaufstockung will die MLP AG nach eigenen Angaben die noch nicht in ihrem Besitz befindlichen Anteile ihrer Töchter vollständig aufkaufen. Dazu sollen neu auszugebende Aktien gegen die Anteile der Tochterfirmen getauscht werden.

Nach früheren Aussagen von Vorstandschef Bernhard Termühlen soll damit die Eigentumsstruktur transparenter gemacht und den überproportionalen Wachstumschancen der Töchter angepasst werden. Der Anteil der Familien von Termühlen und dem MLP - Mitbegründer Lautenschläger wird durch die Kapitalmaßnahme von bisher 63 % auf rund 47 % der Aktien zurückgehen.

Mit der nun gebilligten Vereinheitlichung der Aktiengattung will sich MLP nach Aussage von Unternehmenssprecherin Jutta Funck an internationale Standards anpassen. Stimmrechtslose Vorzugsaktien sind ein überwiegend deutsches Phänomen, im amerikanischen und europäischen Ausland ist diese Aktiengattung weitgehend unbekannt. Termühlen hatte aber betont, das die Kapitalerhöhung und die Abschaffung der Vorzüge nicht ursächlich dazu dienten, die Chancen für die im Sommer knapp verpasste Aufnahme in den Dax zu erhöhen. Dies könne vielmehr nur ein Nebeneffekt sein.

Auf Analystenseite wurden die Maßnahmen allerdings auch im Hinblick auf die Aufstiegschancen in die oberste Börsenliga Dax begrüßt. "Das ist sicherlich ein Schritt dorthin", sagte Norbert Barth von der BHF Bank. Auch die Handelbarkeit der Aktie werde dadurch sicherlich etwas erhöht. Ein Bankanalyst in London erklärte, trotz der jetzigen Verbesserungen bleibe die Liquidität der Aktie weiterhin zu gering.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%