Eilantrag auf Urabstimmung vor dem Parteitag im Oktober
PDS-Mitglied beantragt Selbstauflösung der Partei

Ein Berliner PDS-Mitglied hat die Selbstauflösung der SED-Nachfolgepartei beantragt. Der "Eilantrag" ging vergangene Woche beim Bundesvorstand ein, wie Parteisprecher Hanno Harnisch am Sonntag erklärte. "Der Antrag ist gaga und hat null Chancen", sagte Harnisch.

ap BERLIN. "Ich möchte die Partei retten, indem nach der Auflösung eine neue sozialistische demokratische Partei auf Basis des Grundgesetzes gegründet wird", zitierte die "BZ am Sonntag" Antragsteller Rolf Grunert. Er verlange das Ende der PDS "auf Grund ihrer Entstehung", des "ständig mehrenden Entschuldigungsbegehrens für tatsächlich oder vermeintliches Unrecht der SED" und "der abstrusen Situation wegen des mit politischen Täuschungen, Zwängen und Repressionen behafteten SED-Gründungsaktes". Die PDS sei weder eine neue Partei noch Rechtsnachfolgerin der SED, sondern eine "rechtswidrige und verfassungswidrige Organisation".

Laut "BZ am Sonntag" will Grunert, dass die Entscheidung darüber vor dem nächsten PDS-Bundesparteitag am 6. und 7. Oktober in einer Urabstimmung fällt. Der Zeitung zufolge stammt der 76-Jährige aus Hamburg. Grunert habe für die DDR spioniert und sei 1985 in den Osten umgesiedelt. Laut Harnisch hatte Grunert vor etwa zwei Monaten vergeblich den Parteiausschluss der PDS-Vorsitzenden Gabi Zimmer und der Berliner PDS-Chefin Petra Pau beantragt.

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