Ein Begriff sorgt für Verwirrung
Globalisierung - schwer greifbar

Globalisierung ruft Kritiker auf den Plan. Missverständnisse führen zu Spannungen. Unklar bleibt, was der Begriff bedeutet. Wer ist Opfer oder Täter - und sind die Probleme in diesen Kategorien überhaupt korrekt beschrieben?

dc DÜSSELDORF. Man lernt dazu: In Marburg veranstaltete das Netzwerk "Attac" jüngst eine "Sommerakademie" für 800 Globalisierungkritiker. Es gelte, die "Lügen in unserem System" aufzudecken, forderte eine prominente Attac-Vertreterin - und meinte damit nicht die eigene Organisation.

Ob es die Verständigung mit Menschen außerhalb des Netzwerks fördert, ist offen. Denn was ist Lüge, was Wahrheit? Laut Weltbank ist die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung der globalisierten Entwicklungsländer in den 90er-Jahren um durchschnittlich rund fünf Prozent pro Jahr gestiegen, dagegen verzeichneten die Länder abseits der Weltwirtschaft negative Raten - im Urteil der Globalisierungskritik macht Globalisierung dagegen die Armen ärmer.

Es gibt viele Missverständnisse. Seit dem Welthandelsgipfel von Seattle 1999 identifiziert eine breite Öffentlichkeit Globalisierungskritik mit Krawall - und wurde darin vor einem Jahr beim G8-Treffen in Genua schaurig bestätigt. So wenig repräsentativ das Bild für die Mahner und Skeptiker ist, so wenig lassen sich aber auf der anderen Seite die Regierungschefs der Industriestaaten als Verfechter einer reinen "neoliberalen" Marktlehre charakterisieren. Das führt zu einer ebenfalls offenen Schlüsselfrage: Gilt Globalisierungskritik dem Markt - oder gilt sie schlechter Politik?

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