Ein Dollar war damit 2,2595 Mark wert.
Euro stabilisiert sich nach Duisenberg-Rede weiter

Am wichtigsten Handelsplatz London näherte sich die Gemeinschaftswährung wieder der Marke von 87 US-Cent.

afp LONDON/TOKIO. Der Euro hat sich nach dem Vertrauensappell von EZB-Chef Wim Duisenberg am Mittwoch an den internationalen Devisenmärkten weiter stabilisiert. Am wichtigsten Handelsplatz London näherte sich die Gemeinschaftswährung für elf EU-Staaten wieder der Marke von 87 US-Cent, nachdem sie in den Vortagen auf Rekordtiefstände unter 86 Cent gerutscht war. Der Euro wurde am Mittwochmorgen mit 0,8656 Dollar gehandelt; ein Dollar war dabei 2,2595 Mark wert. Die Erholung hatte bereits am Vorabend eingesetzt, nachdem Duisenberg vor dem Währungsausschuss des EU-Parlamentes seine Zuversicht in die innere Stärke des Euro betont und eine Zentralbank-Intervention nicht ausgeschlossen hatte.



Auch in Tokio und New York bewegte sich der Euro nach der Duisenberg-Rede klar über 86 Cent. "Er erholt sich etwas von der vergangenen Woche", formulierte es ein Devisenhändler der Bank of Tokyo-Mitsubishi. Unklar war, ob hinter der Erholung ein bereits erfolgtes Eingreifen der Zentralbanken stand. Duisenberg hatte in Brüssel darauf verwiesen, dass die "entsprechenden Instrumente existieren", derartige Schritte aber immer erst hinterher und nicht im Voraus bekannt gegeben würden. Analysten in Frankfurt am Main wollten noch keine Entwarnung für den Euro geben. Dies könne erst geschehen, wenn die Währung klar auf 88 Cent zumarschiere, hieß es bei HSBC Trinkaus&Burkhard.



Das Wirtschaftsmagazin "Focus-Money" berichtete derweil unter Berufung auf Informationen aus der Pariser Regierung von einer französischen Initiative zugunsten eines Eingreifens der Zentralbanken. Frankreich, das gegenwärtig die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, verhandele bereits mit den USA; Paris wolle die Gemeinschaftsdevise mit einer abgestimmten Intervention auf 90 Cent heben. Analysten am Londoner Devisenmarkt hielten den Bericht für wenig wahrscheinlich. "Ich glaube nicht an diese Geschichte, und sie hatte heute morgen garantiert keinen Einfluss auf den steigenden Euro-Kurs", sagte ein Experte von BNP-Paribas.



"Focus-Money" zitierte am Mittwoch vorab Chefvolkswirte mehrerer großer deutscher Banken, die übereinstimmend von einem steigenden Euro-Kurs in den nächsten sechs Monaten ausgingen. Als Kurserwartung gaben die Ökonomen zwischen 94 Cent und 1,05 Dollar an.

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