„Ein dreistündiger Einführungskurs reicht “
Das große Stöckeln

Die Bewegung ist nicht zu stoppen: Über eine Millionen Deutsche sind Nordic Walker. Doch einfach Stöcke kaufen und loslaufen bringt es nicht: Ein bisschen Technik gehört dazu - und die lernt man am besten in Schulen

Nichts hält sich so hartnäckig wie Vorurteile: Nordic Walker können davon ein Lied singen. "Früher dachte ich, das ist ein Sport für Opis, die gerne etwas schneller im Wald spazieren gehen und dabei noch ungelenk mit zwei Stöcken hantieren", erzählt Karl-Heinz Dietermann. Der Bauleiter wurde eines Besseren belehrt, als er selbst mit dem Nordic Walking begann, ohne sich vorher mit der Technik des Sports vertraut gemacht zu haben. "Es gibt ganz bestimmte Kniffe, wie man die Stöcke greift und sie einsetzt", sagt der Diplom-Ingenieur, der bis vor kurzem in der Türkei und Südafrika gearbeitet hat und sich neuerdings in Deutschland fit hält.

"Ein dreistündiger Einführungskurs reicht ", sagt Brigitte Harwig, Trainerin an der kürzlich eröffneten Nordic-Walking-Schule in Köln. In 45 Minuten Theorie und zwei Stunden Praxis lernen Ungeübte Stock- und Körpereinsatz. Das häufigste Problem: "Viele benutzen die Stöcke wie Wanderstöcke", so Harwig. Nordic Walking wurde in Finnland als Sommer-Trainingsmethode für Biathlon- und Langlaufathleten entwickelt. Die Sportler führen zwei Stöcke beim Walken diagonal mit, die Füße werden ganz abgerollt, der Körper ist aufgerichtet. Der dynamische Stockeinsatz fordert mehr Muskeleinsatz als beim Joggen, besonders Rücken- und Rumpfmuskeln werden trainiert.

Leichter gesagt als getan. Professor Klaus Bös, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe und Gründer des Deutschen Walking-Instituts, rät dringend ab, einfach loszulegen. "Der Einsatz von Stöcken setzt mehr Technik voraus, deshalb kann man auch mehr falsch machen." Der Spezialist für alle Walking-Disziplinen sagt: "Man muss die Basis-Technik können, und die sollte man sich von Profis zeigen lassen."

Rund eine Million Nordic Walker gibt es mittlerweile in Deutschland, schätzt Harald Fichtner, Gründer von VDNOWAS, dem Verband Deutscher Nordic-Walking-Schulen. Am meisten Spaß bringt der Sport im Wald oder im leicht hügeligen Gelände auf unbefestigten Wegen. Doch Fichtner hat festgestellt, dass nicht nur der Süden Deutschlands vom Nordic-Walking-Virus infiziert ist. Auch im flachen Norden wächst das Interesse.

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