Ein Drittel der Dax-30-Unternehmen stellte in den vergangenen zwei Jahren um
Namensaktien immer populärer

Namensaktien werden bei deutschen börsennotierten Unternehmen nach einer Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) immer populärer. "Ein Drittel der im DAX-30 notierten Gesellschaften hat in den letzten beiden Jahren die Notierung auf Namensaktien umgestellt", heißt es in einer im April veröffentlichten Kurzstudie des DAI.

ap FRANKFURT/MAIN. Die neue Popularität sei vor allem dem technischen Fortschritt bei der Abwicklung des Handels und der Aufbewahrung von Wertpapieren zu verdanken. "Namensaktien sind heute genauso leicht übertragbar wie Inhaberpapiere", stellte das Institut fest. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Änderung des Gesetzes zur Namensaktie und zur Erleichterung der Stimmrechtsausübung (NaStraG) hingewiesen, dass am 25. Januar 2001 in Kraft getreten ist.

Danach heißt das bisher Aktienbuch genannte Verzeichnis der Aktionäre nun Aktienregister - was auch deutlich machen soll, dass die Aktiengesellschaft ihre Namensaktionäre in einem elektronischen Register speichern kann. "Nur wer im Aktienregister eingetragen ist, gilt gegenüber der Gesellschaft als Aktionär."

Mitteilungen der Gesellschaft - wie etwa Einladungen zur Hauptversammlung - erhält der Namensaktionär direkt von der Gesellschaft. "Die Mitteilungen können dabei in Zukunft auch auf elektronischem Wege versandt werden."

Die neuen Regelungen sehen auch vor, dass die Bevollmächtigung von institutionellen Stimmrechtsvertretern - wie Kreditinstitute oder Aktionärsvereinigungen - auch auf elektronischem Wege erfolgen kann. Das Einsichtsrecht des Aktionärs in das Aktienregister ist aus Datenschutzgründen beschränkt worden: Konnte er früher das gesamte Aktienbuch einsehen, darf nun nur seine eigenen Daten kontrollieren.

Gefahr feindlicher Übernahmen verringern

Das Aktieninstitut weist in seiner Kurzstudie auch darauf hin, dass die Motive zur Einführung der Namensaktie sehr unterschiedlich seien. "Im Vordergrund steht die Bedeutung der Namensaktien zur Verbesserung der Investor Relations." Namensaktien eröffneten die Möglichkeit, direkt in Kontakt mit den Aktionären zu treten und diese gezielt zu informieren.

"Das hierbei entstandene Vertrauensverhältnis zwischen Gesellschaft und Aktionär führt dazu, dass sich Aktionäre auch in Krisensituationen nicht sofort von ihren Aktien trennen, was das Rückschlagspotenzial der Kurse und die Gefahr von feindlichen Übernahmen verringert", so das Institut.

Ein wichtiger Beweggrund für die Entscheidung zu Gunsten der Namensaktie sei bei vielen großen und weltweit tätigen Unternehmen eine geplante Börsennotierung in den USA. "Die Aufnahme der Notierung an der New York Stock Exchange setzt Namensaktien voraus, da dort keine Inhaberaktien akzeptiert werden", erläutert das DAI.

Relevant sei ferner, dass die Gesellschaften mit der Umstellung auf die Namensaktie auch Informationen über die Zusammensetzung ihrer Anteilseigner erhalten. Die Gesellschaft kann so frühzeitig Veränderungen im Kreis der Anteilseigner feststellen und darauf reagieren.

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