Ein Fahrplan für neue Geschäftsfelder
Aus der Krisenstimmung zum M-Commerce

Vielen Analysten zufolge scheint der M-Commerce als Zukunftsmarkt in weite Ferne gerückt zu sein. Ohne den berühmten Content - die Inhalte und Dienste für das neue Netz - ist mit UMTS nichts anzufangen. Hier liegt die Chance für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen - wenn sie sich schon heute auf die Wünsche ihrer Kunden besinnen.

Krisen sind dazu da, um gestärkt aus ihnen herauszugehen - nur, wo sollte man seine Aktivitäten hinlenken? Vielen Analysten zufolge scheint der M-Commerce als Zukunftsmarkt in weite Ferne gerückt zu sein. Aber die UMTS-Lizenznehmer werden alles Mögliche in Bewegung setzen, damit sie Umsätze über UMTS generieren und so ihre Startinvestition langfristig wieder einspielen können. Aber ohne den berühmten Content - die Inhalte und Dienste für das neue Netz - ist mit UMTS nichts anzufangen. Hier liegt die Chance für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen - wenn sie sich schon heute auf die Wünsche ihrer Kunden besinnen.

Die Technik muss Kundenwünsche erfüllen

Die entscheidende Frage: Was möchte der Kunde? Um dies herauszufinden, müssen Unternehmen nicht auf UMTS warten. Denn nicht die Technik steht für den Kunden im Mittelpunkt, sondern die praktische Anwendung. Bislang wurde jedoch in den meisten Fällen nur über die technischen Möglichkeiten der nächsten Mobilfunkgeneration gesprochen - und eben gerade nicht über den Endkunden und seine Bedürfnisse. Schon heute bieten Alerts - Kurznachrichten, die beim Eintreten von bestimmten Ereignissen verschickt werden - die Chance, die mobilen Möglichkeiten auszuloten. Die Vorraussetzung hierfür: die persönliche Ansprache der Kunden mit Informationen, die sie auch wirklich benötigen bzw. interessieren.

Die Voraussetzungen für den Erfolg

Wichtig sind für Unternehmen, die ihre Chance hier nutzen möchten, vor allem zwei Dinge: eine erstmaligen Genehmigung für den Versand der Nachrichten durch den einzelnen Empfänger und eine gut geführte Kundendatenbank. Alerts machen nur dann Sinn, wenn diese auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten sind. Ein Spam-Versand - also der Versand von unerwünschten, weil nicht relevanten Kurznachrichten - muss dabei auf der Tabu-Liste bleiben. Sonst können spammende Unternehmen durch den Vertrauensverlust beim Kunden ihre Investition in die Zukunft direkt abschreiben.

Um jedoch seine Kunden auch zeitnah informieren zu können, ist es wichtig, dass der Versand verlässlich funktioniert. Nur so erhält der reisende Theaterbesucher rechzeitig die SMS, dass er doch noch Theaterkarten an seinem Urlaubsort reservieren kann, oder der Aktieninhaber die Nachricht, dass für das eigene Aktiendepot eine wichtige Entscheidung ansteht, oder das Vereinsmitglied im Fußballverein die Information, dass sein Verein gerade einen neuen Spieler verpflichten konnte. Auch der Einzelhändler oder die Retail-Kette können ihre Kunden über aktuelle Aktionen informieren - personalisiert und auf Wunsch auch abhängig vom jeweiligen Standort.

Schritt für Schritt die Dienste erweitern

Der nächste Kurznachrichten-Standard MMS (Multimedia Messaging Service) sorgt dann sogar dafür, dass etwa mit GPRS nicht nur Texte, sondern auch Bilder oder sogar Videos beim Empfänger zu sehen sind. So könnte dann der Ticketservice Ausschnitte aus dem anstehen Musical abrufbar machen, der Fußballverein auf Wunsch direkt eine kurze Historie zum neuen Hoffnungsträger präsentieren und die Retail-Kette die einfache Preisinformation durch eine Produktpräsentation ergänzen. Die Reihe lässt sich fortführen und Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen sollten dringend die eigenen Angebote auf ihre M-Commerce-Tauglichkeit hin untersuchen.

Können bisherige Produkte und Dienste durch entsprechende Alert-Funktionen interessanter und vielleicht auch effektiver an den Kunden gebracht werden? Der entscheidende Nebeneffekt: Haben sich viele Kunden erst einmal an einfache kostenfreie Dienste als verkaufsfördernde Kundenbindungsmaßnahme gewöhnt, oder sogar an kostenpflichtigen Abonnement-Diensten teilgenommen, dann eröffnet die nächste Gerätegeneration (ganz gleich ob GPRS oder UMTS) den direkten Weg zu weiteren Umsatzquellen durch individuell zu vergütende Inhalte.

Auf die richtigen Partner setzen

Wichtig ist von Anfang an der verlässliche Partner auf der Technologieseite. Dieser muss in der Lage sein, die notwendige Infrastruktur so zu installieren, dass die bisherigen Investitionen nicht gefährdet werden. Dies setzt bei einer internen Lösung voraus, dass das eingesetzte System auf offene Standards aufbaut und dementsprechend keine tiefgreifenden Änderungen in anderen Systemen notwendig sind. Gerade für die ersten Versuche oder bei kleineren Unternehmen bietet es sich jedoch auch an, die Alert-Dienste auszulagern.

Die entsprechende Lösung muss in beiden Fällen nicht nur den personalisierten Versand von Kurznachrichten in die verschiedenen Netze im In- und Ausland abwickeln, sondern gleichzeitig so variabel ausgelegt sein, dass sie mit kommenden technologischen Entwicklungen zurechtkommt. Andernfalls wäre mit der heutigen Technik zwar erfolgreich getestet worden, doch die nächste Krise kommt plötzlich beim Wechsel zur nächsten Technologie-Generation, wenn die Technik oder die Endgeräte nicht mehr unterstützt werden. Dieser Fehler und die damit verbundene Krise sind jedoch vermeidbar.

Schreiben Sie dem Autor: rwarns@724.com

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