Ein ganz persönlicher Rückblick
Urgesteine und Primadonnen

Es ist diese einzigartige Mischung aus exklusiver Aura und menschlichen Begegnungen, die Klaus Luft immer wieder zum Weltwirtschaftsforum in die Schweizer Alpen zieht. In diesem Jahr zum 27. Mal. Kein einziges Jahr hat der ehemalige Chef des Computer-Unternehmens Nixdorf seit Ende der siebziger Jahre ausgelassen. Und so hat er einiges zu erzählen.

MÜNCHEN. "Man trifft in Davos tolle Persönlichkeiten in einem völlig anderen Umfeld. Das macht sie gelassener. Kontakte lassen sich viel leichter herstellen", sagt Luft, der seit 1990 Internationaler Berater von Goldman Europa ist, im Board des Computerherstellers Dell sitzt und im Jahr 2002 Mitglied der Hartz-Kommission war. Luft ist außerdem Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Artedona AG, eines im Internet tätigen Versandhandelsunternehmens für exklusive Wohnaccessoires.

Als Davos-Veteran und enger Freund von Klaus Schwab hat Luft die Entwicklung des Weltwirtschaftsforums hautnah miterlebt. Nicht zuletzt wegen des Forums hat er sich vor zwanzig Jahren im benachbarten Klosters eine Ferienwohnung zugelegt. In Erinnerung geblieben sind ihm vor allem viele geschichtsträchtige Episoden, die Davos berühmt gemacht haben.

So, als sich Israels Regierungschef Schimon Peres und Palästinenserchef Jassir Arafat die Hände reichten, um den Friedensprozess im Nahen Osten einzuleiten. Oder als Nelson Mandela und Frederik Wilhelm de Klerk per Handschlag das Ende der Apartheid in Südafrika besiegelten. Zeuge wurde er auch von der Rede, in welcher der damalige deutsche Außenminister Hans Genscher-Dietrich 1987 sagte: "Geben wir diesem Gorbatschow eine Chance." Zwei Jahre später fiel die Berliner Mauer.

Ganz besonders beeindruckt hat Luft das Treffen zweier "Urgesteine", des Vaters der Atombombe, Edward Teller, und des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten, Franz Josef Strauß. Auf der Schatzalp, in jenem Berghotel, das die Kulisse für Thomas Manns "Zauberberg" abgab, diskutierten beide in den Achtzigern bei einem Mittagessen lebhaft die geopolitischen Auswirkungen des ersten Atombombenabwurfs. "Das waren schon besondere Erlebnisse", sagt er.

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