Ein Gesetz soll die olympischen Symbole und Begriffe schützen – die Stützpunkte fürchten um ihre finanzielle Grundlage
Olympischer Ringkampf

Paul Wagner wünscht sich Olympische Spiele 2012 in Leipzig, aber in diesen Tagen wird er schon mal "Totengräber der Olympiabewerbung" genannt. Wagner ist Leiter des Olympiastützpunktes Rhein-Ruhr und Geschäftsführer der Olympiastützpunkte Deutschland GmbH. In dieser Funktion wettert er gegen ein Gesetz, das an diesem Freitag vom Deutschen Bundestag verabschiedet werden soll.

HANDELSBLATT. Es ist das "Gesetz zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen" und besagt: Die olympischen Ringe und Wörter wie "olympisch" dürfen in Zukunft gewerblich nur noch vom Nationalen Olympischen Komitee (NOK) und vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) verwendet werden. Was die Bundesregierung mit dem Gesetz beabsichtigt, ist eindeutig: Ohne Olympiaschutzgesetz hätte Leipzig keine Chancen auf die Spiele. Das hatte auch Thomas Bach gesagt, der Vizepräsident des IOC. IOC und NOK haben, sobald das Gesetz gilt, Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche.

Das IOC möchte offenbar eine größtmögliche Exklusivität für die eigenen Sponsoren erreichen und deshalb die weltweite Kontrolle über die Olympischen Ringe gewinnen. Andere Länder haben schon vor längerer Zeit Gesetze zum olympischen Markenschutz eingeführt. "Da ziehen wir nur nach", sagt Bernd Roeder, der Geschäftsführer des NOK. Ginge das Gesetz jedoch durch, fürchtet Paul Wagner um die wirtschaftliche Grundlage der Olympiastützpunkte. Die Stützpunkte könnten ihren Sponsoren nicht mehr gestatten, mit dem Wort olympisch zu werben und auch nicht mit den Olympischen Ringen, beklagt Wagner.

Kurios findet Wagner vor allem, dass die Wuppertaler Vermarktungsagentur BSA die Ringe weiterhin vermarkten dürfte, die Olympiastützpunkte aber nicht. Denn die BSA hatte im Jahr 2000 einen Vertrag mit der Deutschen Olympischen Gesellschaft geschlossen, der auch das Werben mit deren Logo umfasst. Das Logo enthält die Olympischen Ringe. Eine Klage des NOK dagegen wies das Landgericht Frankfurt zurück. "Die BSA darf und wir nicht, dabei gehen doch alle unsere Einnahmen wieder in den Hochleistungssport. Wir sind doch vom Bundesinnenministerium und vom Deutschen Sportbund extra aufgefordert worden, uns private Förderer zu suchen. Mit dem Gesetz wären wir nur noch die Hälfte wert", sagt Wagner und ergänzt: "Es ist schlimm, dass wir jetzt in Verbindung mit der Leipziger Bewerbung gebracht werden. Das hat doch damit gar nichts zu tun."

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