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Ein großer Zinsschritt – und was jetzt?

Was muss eigentlich geschehen, damit die Börse wieder mal richtig jubeln kann - ähnlich wie zu Hoch-Zeiten Ende der 90er?

Damit ist bis auf weiteres nicht zu rechnen, denn die zyklischen und politisch-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind heute ganz anders. Mancher Anleger wird sich trotzdem verwundert fragen, warum dem Aktienmarkt nach dem lang ersehnten, großen Zinsschritt noch nicht einmal eine Mini-Rally gelungen ist.

Die Startbasis schien doch nicht schlecht: Einer erfolgreichen Bodenbildung war eine bemerkenswerte Erholung gefolgt. Und selbst aus dem Berliner Hiobslager kamen inzwischen erstmals auch wirtschaftspolitische Nachrichten, die - bei gutem Willen des Lesers - mit positiven Vorzeichen versehen werden konnten. Dennoch rappelte sich der Dax am Donnerstag nur kurz auf, trippelte anschließend in der bekannten Region hin und her.

Die spontane Begründung war das erneute Säbelrasseln im Irak-Konflikt. Und der Anleger sei nochmals davor gewarnt, dieses Thema zu unterschätzen! Denn ein Krieg in Mittelost rückt näher. Und der könnte sich dann anders entwickeln (hoffentlich nicht!) als die Golfkrise 1990/91, würde sich damit auch nachhaltiger auf die Kapitalmärkte auswirken.

Es lassen sich aber auch andere Argumente auflisten, die wie eine Kursbremse wirken, zum Beispiel: Zinsschritt wie erwartet, Zinssenkung wirkt - wenn überhaupt - erst mit mehrmonatiger Verzögerung auf die Konjunktur, Zinserleichterung kein Ausgleich für schwerer wiegende wirtschaftspolitische Fehler. Insbesondere sollten sich die Marktteilnehmer vor Augen halten, wie lange wir schon im Zinstal wandern und wie dicht wir am historischen Tiefpunkt sind.

Börsen bekommen traditionell dann den stärksten monetären Impuls, wenn die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs verändert - also z.B. nach einer restriktiven Phase auf Expansion dreht. Davon kann jetzt keine Rede sein, denn es gibt weder zu wenig Geld, noch ist es dementsprechend zu teurer.

Somit bleibt der EZB die Funktion eines Signalgebers. Und dem Anleger bleibt vorerst nur das Prinzip Hoffnung.

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