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Ein gut gelaunter Stoiber ist nicht gut für Angela Merkel

Von PETER PFISTER BERLIN. Wie sich die Zeiten ändern. Vor drei Jahren verkündete Angela Merkel mit versteinertem Gesicht ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur der Union. Und mit eben dieser Miene zog sie für ihren Rivalen Edmund Stoiber in den Wahlkampf.


Von PETER PFISTER

BERLIN. Wie sich die Zeiten ändern. Vor drei Jahren verkündete Angela Merkel mit versteinertem Gesicht ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur der Union. Und mit eben dieser Miene zog sie für ihren Rivalen Edmund Stoiber in den Wahlkampf.

Heute hat sich die Rollenverteilung umgekehrt: Merkel kandidiert, Stoiber assistiert. Er aber legt dabei die allerbeste Laune an den Tag. Kokett lächelnd meidet der bayerische Ministerpräsident jegliche Festlegung auf ein Berliner Amt. Verschmitzt lächelnd verkündet er die Entsendung seines Innenministers Günther Beckstein in Merkels Kompetenzteam. Und kalt lächelnd gibt der CSU-Chef über seinen Generalsekretär Söder der Kandidatin eine Zielmarke von 45 Prozent vor - ein durchaus ehrgeiziges Vorhaben angesichts der 38,5 Prozent, die Stoiber 2002 holte.

Aber der Bayer kann auch anders. Mit Pomp und Pathos macht er Wahlkampf in der Provinz - und sorgt mit Parolen über dauerfrustrierte Ossis und dem bayrischen Intelligenzvorsprung für bundesweite Schlagzeilen. Da mögen der ostdeutschen Kandidatin und ihrer geistig weniger gesegneten CDU-Wählerschaft die Ohren noch so sehr klingen - Stoiber hat immerhin Schlagzeilen gemacht.

Denn genau hier liegt Merkels Problem. Solange sie nicht mit eigenen Auftritten und Themen punktet, fokussiert sich die Öffentlichkeit auf die Sticheleien und Wahlkampfkapriolen des bayrischen Möchtegern-Kandidaten. Und so lange sie ihren Führungsanspruch als Spitzenkandidatin nicht kraftvoll untermauert, kann sie Stoiber und seine CSU auch nicht in die Schranken weisen. Der 18. September ist nicht mehr fern - Angela Merkel muss aufpassen, dass ihr nicht am Wahlabend wie seinerzeit Edmund Stoiber das Lachen gründlich vergeht.

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