Ein Handelsblatt-Gespräch
Arthur Laffer im Handelsblatt-Interview: „Bush hat einen wunderbaren Job gemacht“

Reagans Wirtschaftsberater nimmt im Gespräch mit dem Handelsblatt Stellung über die Wirkung von Steuersenkungen, die Reformen in Deutschland und zu dem Duell um die US-Präsidentschaft.

Handelsblatt: Herr Laffer, Sie haben im vergangenen Mai einen neuen Aktienfonds, den "Huntington Macro 100", gegründet. Wie läuft der Fonds bislang?
Laffer: Ganz gut. Wir bewegen uns auf Ballhöhe mit dem Markt.

Nach welchen Kriterien kaufen Sie Aktien?
Laffer: Wir studieren weniger die Quartalsberichte, sondern schauen auf den Standort der Firmen: Sind Sie in Bundesstaaten oder Ländern, wo Steuern erhöht oder gesenkt werden? Wird das Wachstum durch die jeweilige Wirtschaftspolitik gefördert? Außerdem beobachten wir das Zinsniveau und seine Auswirkungen auf den Aktienmarkt.

Wo kann man sich derzeit an der Börse eine goldene Nase verdienen?
Laffer: Irland verfolgt eine erstklassige Wirtschaftspolitik. Dort wurden die Unternehmensteuern von 40 auf 12,5 Prozent gesenkt. Aber auch in anderen Teilen der Welt gibt es bemerkenswerte Verbesserungen. Ich bin zum Beispiel sehr optimistisch, was Japan angeht.

Das US-Wachstum im zweiten Quartal wurde gerade auf 2,8 Prozent nach unten revidiert. Ist das nur eine Atempause, oder steckt mehr dahinter?
Laffer: Wir hatten ein starkes erstes Quartal mit 4,5 Prozent Wachstum. Dass das jetzt ein bisschen abflacht, ist verständlich. Aber der Konjunkturmotor kommt wieder auf Touren: Ich glaube, dass wir in den nächsten anderthalb Jahren ein durchschnittliches Wachstum von 3,5 bis 4,5 Prozent haben werden.

Die Zinsen ziehen langsam, aber sicher an. Ist das nicht ein Hemmschuh für die Konjunktur?
Laffer: Die Zinsen gehen rauf, weil die Wirtschaft stärker wird - nicht, weil die US-Notenbank die Konjunktur abwürgen wollte.

Sie befürchten also nicht, dass sich der Immobilienmarkt infolge steigender Zinsen abkühlt?
Laffer: Der Immobilienmarkt hat einen unglaublichen Boom erlebt. Auch wenn das Wachstum jetzt etwas nachlässt: Ich sehe hier kein Problem.

Inwieweit sind die hohen Ölpreise ein Bremsfaktor für die US-Wirtschaft?
Laffer: Sie wirken auf jeden Fall belastend. Die Ölpreise sind in einer kurzen Zeit sehr stark angestiegen und haben das Wachstum im zweiten Quartal um einen halben bis einen Prozentpunkt reduziert.

Könnte dies nicht doch zu einem Killer für die Konjunktur werden?
Laffer: Ein Ölpreis auf einem derart hohen Niveau ist nicht haltbar. Meiner Einschätzung nach wird sich der Trend umkehren. Ich rechne damit, dass sich der Preis in den nächsten sechs bis zwölf Monaten bei einer Marke zwischen 32 und 35 Dollar je Barrel einpendeln wird.

Sie sind ein vehementer Befürworter von Steuersenkungen. Nach Ihrer Theorie werden dadurch die Anreize zum Investieren und Arbeiten vergrößert, was letztlich zu höheren Staatseinnahmen führt. Wie sind Sie mit der Vorstellung von Präsident George W. Bush zufrieden?
Laffer: (lacht) Natürlich gibt es ein paar Dinge, über die ich nicht so begeistert bin. So waren die Milliardensubventionen für die Landwirtschaft meines Erachtens nicht nötig. Und hinter den Steuergutschriften für Kinder steckte eine rein politische Entscheidung. Aber in den Grundfragen der Wirtschaftspolitik hat Bush einen wunderbaren Job gemacht. Das gilt vor allem für seine drei Steuersenkungsrunden.

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