Ein Jahr nach den Anschlägen
Hamburger El-Kaida-Prozess ab 22. Oktober

Über ein Jahr nach dem 11. September 2001 wird am 22. Oktober in Hamburg der erste Prozess in Deutschland gegen einen der Beschuldigten Hintermänner der Anschläge eröffnet.

Reuters HAMBURG. Das Hanseatische Oberlandesgericht eröffnete nach eigenen Angaben am Mittwoch das Hauptverfahren gegen den inhaftierten Marokkaner Mounir El Motassadeq und ließ die Anklage der Generalbundesanwaltschaft zu. Motassadeq muss sich damit als mutmaßlicher "Statthalter" der Todespiloten wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3116 Fällen vor Gericht verantworten.

Die Anklage wirft dem 28-Jährigen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Beihilfe zum Mord vor. Motassadeq habe sich in Hamburg mit sechs weiteren muslimischen Studenten zu einer "Terror-Zelle" zusammengeschlossen. Zu den Mitgliedern hätten unter anderem die später als Piloten der Terroranschläge eingesetzten Mohammed Atta, Marwan Alshehhi, Ziad Jarrah sowie der vor kurzem in Pakistan festgenommene Ramzi Binalshib gehört. Gemeinsam soll die Gruppe die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington geplant und durchgeführt haben. Motassadeq habe dabei die Funktion eines "Statthalters" gehabt und eine maßgebliche Rolle bei der Finanzierung der terroristischen Vereinigung gespielt, heißt es. Ferner soll er deren Angelegenheiten in Hamburg geregelt haben, als sich andere Gruppenmitglieder in Afghanistan aufhielten. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt Motassadeq, Alshehhi mit Geld versorgt zu haben, während der in den USA Flugunterricht nahm, um sich auf den Anschlag vorzubereiten.

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