Ein Journalist will von Warnungen gewusst haben
Bin Laden drohte vor drei Wochen mit Angriff

Nach Angaben des Chefredakteurs der arabischen Zeitung "El Kuds" hat Bin Laden vor drei Wochen einen "entscheidenden Angriff" gegen Interessen der USA angekündigt. Auch der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark bezeichnete ihn als möglichen Drahtzieher der Anschläge in den USA.

(dpa-AFX) LONDON/WASHINGTON. Abdel Bari Atwan,der als Journalist mit Kontakten zu Bin Laden gilt sagte in London, die Anschlagsserie in den USA sei "offensichtlich das Werk islamischer Fundamentalisten" des Bin-Laden-Netzwerks. Die "gut orchestrierten und gut organisierten Angriffe" könnten seiner Meinung nach das Ergebnis der "Zusammenarbeit einer Gruppe mehrerer islamischer Fundamentalisten" gewesen sein.

Auch der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark bezeichnete Bin Laden als möglichen Drahtzieher der Anschläge in den USA. "Der erste Verdacht gilt Bin Laden", sagte er dem US-Nachrichtensender CNN. "Wir wussten seit einiger Zeit, dass es Leute gab, die das geplant haben".

Ex-Nato-Oberbefehlshaber fordert mehr Sicherheit

"Wenn dies Terrorismus ist, internationaler Terrorismus, dann brauchen wir eine weit bessere Zusammenarbeit zwischen den Ländern", fügte Clark hinzu. Die Sicherheit werde erhöht. "Wir werden ein System erarbeiten, sehen was wir tun können, um zurückzuschlagen." Clark sprach von einer "Tragödie für Amerika". Eines der wichtigsten Themen werde sein, "wieder ein Gefühl der Normalität in diesem Land herzustellen".

Die in Afghanistan herrschende radikal-islamische Talibanmiliz bestritt derweil jede Verwicklung von Bin Laden in die Anschläge. Dies sagte ein Taliban-Vertreter in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Der Botschafter der Taliban in Pakistan verurteilte die Anschläge in den USA als "Terrorakte". Wie die den Taliban nahestehende Nachrichtenagentur AIP am Dienstag meldete, verlangte der Diplomat zugleich eine eingehende Untersuchung. Die Schuldigen müssten bestraft werden.

Die Taliban, die den größten Teil von Afghanistan kontrollieren, hatten Washingtons Forderung, den Moslemextremisten Bin Laden auszuliefern, wiederholt abgelehnt. Bin Laden gehört zu den zehn meistgesuchten Menschen auf der Liste der US-Bundespolizei FBI. Die USA machen ihn unter anderem für die Anschläge auf US-Botschaften in Afrika verantwortlich, bei denen 1998 mehr als 200 Menschen getötet worden waren.

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