Archiv
Ein kurzer Rausch, ein kurzes Glück

... schon kehrt die Wirklichkeit zurück. Die überraschend guten Wirtschaftsdaten beflügelten die Wall Street nur kurzzeitig.

Die Mehrheit der Analysten hatte nach den niedrigen Daten zum Verbrauchervertrauen von gestern bereits ein Nullwachstum des US-Bruttoinlandsprodukt befürchtet. So war die Freude zunächst groß, dass die US-Wirtschaft im vergangenen Quartal um 0,2 Prozent zulegen konnte. Zwar stieg das Bruttoinlandsprodukt, doch so langsam wie seit acht Jahren nicht mehr. Mit einer Genesung der Konjunktur dürfte bis Ende des Jahres vermutlich nicht mehr zu rechnen. Noch bis vor zwei Wochen hatten die Analysten von Goldman Sachs dem S&P 500 Index Anstieg auf 1450 Zähler bis Ende des Jahres einen prognostiziert. Nun werde das Börsenbarometer das Punktziel erst Mitte des kommenden Jahres erreichen, so die Analysten.

Vor allem von der Nachrichtenfront fehlen positive Impulse. Bei niedrigem Handelsvolumen notieren sowohl der Dow Jones als auch der technologielastige Nasdaq Index schwächer. Das Börsenbarometer der 30 US-Standardwert verliert fast ein Prozent. Einzig die Aktien von Exxon Mobil und McDonald´s können sich im Index zur Mittagsstunde noch über Wasser halten. Der Nasdaq Index rutscht 1,1 Prozent ins negative Terrain. Vor allem Chip-, Software- und Computeraktien notieren schwächer. Microsoft, Altera, Intel und Oracle führen die Verliererliste des Nasdaq Index an. Die Aktie von Juniper Networks büßt an Wert ein, nachdem die Analysten von Merrill Lynch die Gewinnerwartungen für den Netzwerkausstatter für das laufende und das kommende Geschäftsjahr gesenkt haben. Die Aktie wird mit "kurzfristig akkumulieren" und "langfristig kaufen" bewertet.

Das Papier von Sun Microsystems notiert ebenfalls im negativen Terrain. Gespannt warten die Markteilnehmer auf die ersten Resonanzen der heutigen Analystenkonferenz. Doch die Zuversicht über die Geschäftsentwicklung des Serverherstellers hält sich in Grenzen. Nachdem die Analysten von Goldman Sachs die Geschäftsprognosen für das laufende Quartal und das kommende Geschäftsjahr reduzierten, büßte das Papier bereits gestern an Wert ein.

Zu den am meisten gehandelten Aktien gehören die Titel von Ciena und Cisco. Sie alle gewinnen an Wert. Das Papier von Intel rutscht dagegen ins Minus, nachdem die Analysten von Credit Suisse First Boston davon ausgehen, dass Intel die Geschäftsprognosen nicht einhalten wird. Gemessen an den Gewinnerwartungen für 2002 notiert die Aktie bei einem KGV von 57. Aufgrund der hohen Bewertung könne man den Wert lediglich mit "halten" einstufen.

Die Aktie von Gateway behauptet sich dagegen gegen den allgemein schlechten Markttrend. Die Anleger scheinen geplante Umstrukturierungsmaßnahmen des Computervertreibers zu begrüßen und bescheren der Aktie ein Plus von 3,5 Prozent. Gateway will ein Viertel der Belegschaft und damit rund 5000 Mitarbeiter entlassen. Allein in den USA will das Unternehmen 15 Prozent der Stellen abbauen. Die Kosten, die durch Abfindungen entstehen, werden sich im dritten Quartal auf 475 Millionen Dollar belaufen. Seit Jahresanfang hat die Aktie von Gateway bereits 87 Prozent des Wertes eingebüßt. Die Aktien von Gateways Konkurrenten Dell und Compaq drehten am Vormittag in die Verlustzone.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%