Ein lukrativer Markt
SAP und Co. buhlen um den Mittelstand

Auf den ersten Blick fällt es nicht auf, doch mittelständische Unternehmen dominieren die CeBIT. Der Mittelstand stellt nicht nur den weitaus größten Teil der CeBIT-Aussteller. Zunehmend wird er auch Interessant als Kunde - SAP, Microsoft, IBM und Co. stehen bereits in den Startlöchern.

Nie HANNOVER. Die großen Konzerne haben sich bereits mit Millionenaufwand die Vorteile des digitalen Geschäftsverkehrs zu eigen gemacht, neue IT-Lösungen werden hier nur noch in begrenztem Umfang angeschafft. Lukrative Geschäfte mit diesen Konzernen sind somit rar geworden. "Der Mittelstand hat hingegen noch deutlichen Nachholbedarf", so Harald E. Summa, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft. Und genau dieses Defizit beim Mittelstand stellt für die Global Player der IT-Branche ein großes Potenzial dar.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die Dresdner-Bank-Studie Mind 02 (Mittelstand in Deutschland 2002): "Die wirtschaftliche Prosperität in Deutschland hängt in entscheidendem Maße von den mittelständischen Unternehmern ab. Sie sind die Garanten für Aufschwung und Beschäftigung - gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Sie sind Abnehmer, Investoren und eine bedeutende Werbe- und Marketing-Zielgruppe." Pro Jahr investiert die mittelständische Wirtschaft in Deutschland knapp 130 Milliarden Euro, so die Studie.

Das ist ein lukrativer Markt, der die SAPs, IBMs und Microsofts dieser Welt lockt - selbst wenn viele Mittelständler zunächst noch von den Vorteilen des E-Business überzeugt werden müssen. Daher entwickeln die Konzerne speziell auf kleinere und mittlere Unternehmen (Small and Medium Enterprises / SME) zugeschnittene Produkte. Im Mittelpunkt stehen dabei Lösungen zur Verbesserung der Kundenbeziehung (Customer Realtionship Management / CRM), zur Unternehmenssteuerung per Software (Enterprise Ressource Planning / ERP) sowie zur Überwachung der Lieferantenkette (Supply Chain Management / SCM).

Bislang waren IT-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen meist zu komplex und zu teuer. Mit abgespeckten Nutzer-Schnittstellen und bedarfsgerechten Modul-Lösungen soll dieses Problem behoben werden.

SAP, der führende Anbieter von E-Business-Software, kündigte zur CeBIT die weltweite Initiative "Smart Business Solutions" an. Unter diesem Namen will das Walldorfer Unternehmen maßgeschneiderte Software-Angebote vereinen, die den unterschiedlichen Anforderungen kleinerer Unternehmen gerecht werden. Dafür wurde eigens das israelische Softwarehaus "TopManage" übernommen und der neue Geschäftsbereich "Small and Medium Businesses" eingerichtet. TopManage bildet die Basis der zukünftigen SAP-Software-Pakete für den Mittelstand.

Aber die SAP-Konkurrenz schläft nicht. So entwickelt Microsoft Great Plains eine eigene CRM-Lösung für kleine und mittlere Unternehmen auf der Basis von Dotnet. Die Software soll Anfang 2003 auf den deutschen Markt kommen, via Outlook oder Internet genutzt werden können und kompatibel zum Microsoft Office sowie allen Backend-Produkten von Microsoft Great Plains sein.

Auch IBM zeigte auf der CeBIT eine breite Palette von E-Business-Lösungen für den Mittelstand. "Kleine und mittlere Unternehmen brauchen bei Investitionen in IT und E-Business Planungssicherheit. Wir unterstützen sie dabei herauszufinden, welche Lösungen notwendig sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben", so Stefan Buerkli, Direktor IBM Small and Medium Business, Central Region.

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