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Ein neuer Anstoß für die „Aktion Aktie“!

Die relativ junge und noch nicht hoch entwickelte Aktienkultur in unserem Land ist in Gefahr.

Schon vor Monaten war eine neue Nachdenklichkeit zu beobachten, die aus dem ungewöhnlichen Zusammentreffen von Krisenerscheinungen am Eigen- und Fremdkapitalmarkt keimte. Pessimisten sprachen beim Blick über den Teich sogar davon, dass die Vertrauenskrise an den Märkten zu einer Krise des Kapitalismus eskalieren könnte. Eines ist wohl unumstritten: Ein weiter kränkelnder, ineffizienter Kapitalmarkt wäre fatal für die gesamte Volkswirtschaft. Und immer häufiger, wenn auch noch leise, wurde das "Was-können-wir-tun?-Thema" zum Gegenstand von Einzelgesprächen in der Frankfurter Finanz-Fachwelt.

Weit vor dem Wahltermin beschlich Marktrepräsentanten und Beobachter das Gefühl, die inflationären Forderungen an die Politik nach Verbesserung der Rahmenbedingungen allein reichten nicht aus.

Als ich deshalb den Appell nach einer konzertierten "Aktion Aktie" formulierte - an dieser Stelle zuletzt Mitte Juli -, gab es diese schon, jedoch nur auf dem Papier, ohne das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken.

Zu Jahresbeginn hatte das u.a. durch sinkende Aktionärszahlen verursachte "generelle Unbehagen" zwei öffentlichkeitsorientierte Macher zusammengeführt: Rüdiger von Rosen, Chef des Deutschen Aktieninstituts (DAI), und Karl-Ulrich Kuhlo, Gründer von n-tv. Eine Idee wurde geboren: über eine von den großen Emittenten, Finanzdienstleistern und Medien getragene Publizitätskampagne das Vertrauen in die Anlageform Aktie zurück zu gewinnen. Man konferierte, konzeptionierte und kooperierte.

Rasch regte sich einzelnes Interesse, größer waren aber die Enttäuschungen darüber, dass viele der Angesprochenen sich gemäß dem Motto "Es gibt viel zu tun - warten wir?s ab" verhielten. Dabei wurden auch die elementare Schwächen des Projekts deutlich. Die "Aktion Aktie" ist dann im Sommer stecken geblieben, gilt aber - noch nicht - als gescheitert.

Und nun? Ein neuer Impetus für die "Aktion Aktie" wäre jetzt wichtiger denn je. Deshalb die Bekräftigung des Appells an alle Finanzmarktverantwortlichen, sich an einen Tisch zu setzen (es muss nicht unbedingt ein runder sein). Die wieder belebte "Aktion Aktie" sollte mehr werden als ein reines Medienkonzept, um den gewünschten Erfolg zu zeitigen.

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