Ein Oberbayer an der Spitze
SPD-Kandidat Franz Maget bleibt optimistisch

Unter dem einfachen Motto "Maget gewinnt" tritt der SPD-Spitzenkandidat seine Wahlkampf-Tour an. Denn auch wenn die Sozialdemokraten wohl nicht siegen können, wollen sie Stimmen gewinnen.

HB/dpa MÜNCHEN. SPD-Spitzenkandidat Franz Maget zeichnet sich durch unverwüstlichen Optimismus aus - und sei die Lage für die SPD auch düster. Seine Wahlkampf-Sommertour läuft unter dem Motto "Maget gewinnt" - obwohl die bayerische SPD in Umfragen konstant zwischen 22 und 24 Prozent liegt. "Das muss man so machen. Wir wollen uns optimistisch präsentieren", sagte der 49 Jahre alte gelernte Sozialwissenschaftler beim Start seiner Wahlkampftour.

Mit dem gebürtigen Münchner Maget führt zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder ein Oberbayer die SPD in den Wahlkampf - nach einer langen Reihe fränkischer Spitzenkandidaten. Maget könnte den im Süden Bayerns traditionell schwachen Sozialdemokraten vielleicht zu ein paar Stimmen mehr verhelfen, war eine Überlegung bei seiner Kür. Zudem ist Maget ein Typ, der auf Menschen zugehen kann - mehr als der Landesvorsitzende Wolfgang Hoderlein, dem gelegentlich ein Hang zum Pessimismus nachgesagt wird. "Die Resonanz ist gut, die Menschen begegnen mir freundlich", sagt der Spitzenkandidat.

Der SPD trat Maget in den siebziger Jahren bei, weil er die Politik Willy Brandts unterstützen wollte. Seit 1990 sitzt der Vater zweier Kinder im Landtag, seit 1997 ist er Chef der Münchner SPD. Im September 2000 übernahm er den Vorsitz der SPD - Landtagsfraktion. Unter den SPD-Landtagsabgeordneten ist Maget einsamer Rekordhalter: Er hat seinen Stimmkreis in Münchens Arbeiterviertel Milbertshofen drei Mal hintereinander direkt gewonnen. Bis zum 21. September absolviert er ein Mammutprogramm mit über 400 Terminen: "Ich bin noch gut in Schuss", scherzt er. "Aber das bringt auch was, denn die Menschen merken, der strengt sich an."

Maget war lange für den DGB tätig, wird jedoch nicht zum gewerkschaftsnahen Flügel gerechnet. Sein eigentliches Feld ist die Sozialpolitik. Drei Jahre lang leitete er den Sozialausschuss im Landtag. Maget versucht, zwischen den verschiedenen Strömungen auszugleichen - wirtschaftlicher Erfolg und soziale Gerechtigkeit seien gleich wichtig, sagt er. Seine Neigung zum Ausgleich trägt ihm aber auch den Vorwurf mangelnder Schärfe ein - etwa als er den umstrittenen Transrapid zuerst befürwortete, später aber zurückzog, als die Stimmung in der Münchner SPD sich wendete.

SPD-Landeschef Hoderlein und er gehörten beide zum "Siegerjahrgang" 1953, scherzte Maget einmal - dem Jahr, in dem auch der britische Regierungschef und Siegertyp Tony Blair geboren wurde. Dass Maget sich zum Bayern-Blair entwickelt, erwartet jedoch niemand: "Wir können nicht siegen, aber wir können gewinnen", gab Hoderlein angesichts der übermächtigen CSU als Parole für Magets Spitzenkandidatur aus.

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