Ein Plädoyer für Podolski
Kommentar: Rudi, pack die „Geheimwaffe" aus!

England liegt dem 18-Jährigen Wayne Rooney zu Füßen. Rudi Völler hingegen geizt mit dem Einsatz seines gleichaltrigen Bundesliga-Shooting-Stars: Lukas Podolski sitzt zum Ärger vieler deutscher Fans weiter nur auf der Bank. Dabei hat der DFB-Teamchef nicht viel zu verlieren, wenn er „Poldi" bringt.

England liegt dem erst 18-Jährigen Stürmer Wayne Rooney endgültig zu Füßen. Das von der britischen Yellow Press gefeierte "Wunderkind" schoss England fast im Alleingang ins Viertelfinale. Rudi Völler hingegen geizt mit dem Einsatz seines von ihm selbst als "Geheimwaffe" titulierten gleichaltrigen Shooting-Stars der abgelaufenen Bundesliga-Saison: Lukas Podolski sitzt zum Ärger vieler deutscher Fans weiter nur auf der Bank.

Während neben Rooney etwa auch der Niederländer Arjen Robben das Vertrauen seines Trainers hat und bei der EM bereits das Nationaltrikot tragen durfte, muss sich Podolski mit der Zuschauerrolle begnügen. Dabei ist die Bilanz des Kölners eindrucksvoll: Zehn Tore in nur 19 Bundesliga-Spielen für die Geißböcke - da kam dann auch Ru di Völler an einer Nominierung nicht vorbei. Doch zu einem Einsatz reichte es trotz Sturmflaute vor allem gegen Lettland bislang noch nicht. Der Teamchef setzte lieber auf die sich völlig außer Form befindenden, altgedienten Stürmer Bobic, Klose und Brdaric.

Rudi Völler wirft als Argument gegen einen Einsatz von Podolski allein in die Waagschale, dass er ihn im Training nicht so überzeugt habe wie andere, was bei den gezeigten Leistungen der eingesetzten Stürmer aber kaum vorstellbar scheint und eher wie eine Schutzbehauptung wirkt. Podolski sei hier um aus der ersten Reihe Anschauungsunterricht bei anderen Superstars wie Ruud Van Nisterooy zu nehmen. Gut und schön, Podolsi muss sicher noch lernen - aber das geht doch am besten, wenn er auch spielt.

Gerade seine oft genannte Unbekümmertheit in seinen offensiven Aktionen und seine für einen 19-Jährigen beachtliche Schussstärke und Technik könnten das Überraschungsmoment sein, das dem deutschen Spiel vor allem gegen Le ttland abging. Was hat Rudi Völler mit einem Einsatz Podolskis also zu verlieren? Nicht viel! Denn was ist die Alternative? Überzeugende Stürmerleistungen sehen jedenfalls anders aus als die der Podolski-Alternativen Bobic, Brdaric und Klose.

Sollten Völler und Skibbe sich im Laufe des Spiels doch noch für einen Einsatz ihrer "Geheimwaffe" entscheiden, wird "Poldi" mit Sicherheit vollen Einsatz zeigen. Und vielleicht gelingt ihm ja sogar das entscheidende Tor - es wäre nicht die erste Heldengeschichte, die der Fußabll schreibt. Zu wünschen wäre es Podolski. Aber auch Rudi Völler und allen deutschen Fußball-Fans.

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