Ein schlechter Sturm muss nicht zwingend zum Misserfolg führen
Zu viele Minuten bis zum nächsten Tor

Teamchef Rudi Völler ist im Angriff auf den Durchbruch seiner jungen Talente angewiesen.

KÖLN. Der Star des Tages hört auf den exotischen Namen Travego, ist obsidianschwarz - und ein Reisebus. Travego wird die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Zukunft durch die Welt geleiten, und zwar mit allem, was die moderne Technik zu bieten hat: elektronischem Stabilitäts-Programm, Anti-Blockier-System und sogar der geheimnisvollen Antriebs-Schlupf-Regelung.

Am Dienstag wurde der Bus dem Deutschen Fußball-Bund öffentlich übereignet, und weil bei solchen Terminen viele warme Worte gesprochen werden, äußerte der DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder die Hoffnung, "dass dieser Bus die Mannschaft zu vielen Erfolgen führt". Mit ein bisschen bösem Willen könnte man den Satz auch so deuten, dass Mayer-Vorfelder den Spielern so etwas schon gar nicht mehr zutraut.

Ganz so schlimm ist es natürlich nicht. Die deutschen Torhüter zählen weiterhin zur Weltklasse, die Abwehr der Nationalmannschaft ist ordentlich besetzt, das Mittelfeld mit Hamann, Frings und einem guten Ballack sogar mehr als das. Was im internationalen Vergleich jedoch ein wenig bedrückt, ist der Zustand des Sturms. Vier Angreifer hat der frühere Stürmer Rudi Völler in sein Aufgebot für das Testspiel gegen Belgien in Köln berufen. Nach der Absage von Miroslav Klose bleiben noch drei. Hinzu kommt der halbe Angreifer Paul Freier, der neben dem Stuttgarter Kevin Kuranyi heute von Beginn an spielen wird.

Die Krise des deutschen Angriffs lässt sich am besten mit Zahlen illustrieren: Fredi Bobic, vier Saisontore, seit 464 Spielminuten nicht mehr getroffen, Kuranyi, sieben Tore, 735 Minuten erfolglos, Oliver Neuville, fünf Tore, zuletzt nur Ersatzspieler in Leverkusen, Paul Freier, gar kein Saisontor. Kuranyi findet es "schon nervig, dass die Minuten gezählt werden", während Bobic glaubt, dass diese Marotte nur zeige, "welche Wichtigkeit die Nationalmannschaft hat". Und überhaupt dürfe man sich nicht zu viele Gedanken machen.

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