Ein serbischer Polizist verletzt, fünf weitere sind verletzt worden
Albaner weiten Offensive in Serbien aus

Ungeachtet der Nato-Beschlüsse töteten Albaner einen serbischen Polizisten und verletzten 2 weitere Polizisten. Die Nato hatte am Donnerstag beschlossen, die Grenzkontrollen zwischen dem Kosovo und Mazedonien zu verschärfen.

ap TURIJA/SKOPJE. Ungeachtet der jüngsten Nato-Beschlüsse haben militante Albaner ihre Offensive in Südserbien und Mazedonien ausgeweitet. Albanische Angreifer töteten am Freitag in der entmilitarisierten Zone laut Behörden einen serbischen Polizisten und verletzten zwei weitere. Fünf Serben wurden in dem Gebiet vermisst. In Mazedonien erschossen Rebellen am Donnerstagabend einen Fahrer in einem Militärkonvoi, in dem sich auch der stellvertretende Innenminister befand. Nato-Generalsekretär George Robertson warnte vor einem neuen Krieg auf dem Balkan.

Die Nato hatte am Donnerstag beschlossen, die Grenzkontrollen zwischen dem Kosovo und Mazedonien zu verschärfen und jugoslawische Streitkräfte in einen Teil der südserbischen Pufferzone einrücken zu lassen. Am Freitagmorgen beschossen Rebellen im südserbischen Dorf Lucane einen Polizeiposten mit Raketenwerfern und Maschinengewehren, wie der stellvertretende serbische Ministerpräsident Nebojsa Covic mitteilte. Dabei wurde ein Polizist von Granatsplittern getötet. Zwei weitere Beamte wurden verletzt.

5 Serben werden vermisst

An der südserbischen Grenze zum Kosovo wurden nach Polizeiangaben fünf Serben vermisst. Sie passierten einen serbischen Grenzposten Richtung Kosovo, kamen jedoch am Kontrollpunkt der Nato nicht an. Die Polizei vermutete, dass sie von Albanern entführt wurden. Covic kündigte an, jugoslawische Truppen würden bald in die Pufferzone einrücken, ein Datum nannte er nicht.

Der mazedonische Militärkonvoi wurde nahe des Dorfes Brest an der Grenze zum Kosovo angegriffen. Wegen der auch am Freitag anhaltenden Gefechte konnte Elmazi das Dorf zunächst nicht verlassen, wie die Polizei mitteilte.

Grenzübergänge sollen geschlossen werden

Mazedonien kündigte für den Freitagnachmittag an, Grenzübergänge zum Kosovo aus Sicherheitsgründen zu schließen. Die meisten Versorgungsgüter für die Bevölkerung der Provinz und die KFOR-Schutztruppe werden über Mazedonien eingeführt.

Robertson warnte nach einem Gespräch mit US-Außenminister Donald Rumsfeld vor einem neuen Krieg auf dem Balkan. Robertson sagte am Donnerstag in Washington, die Nato werde ihre Militärpräsenz an der Grenze zwischen dem Kosovo und Mazedonien verstärken.

Der mazedonische Außenminister Srdjan Kerim bat die Nato um militärischen Schutz. Kerim forderte bei einem Besuch im Hauptquartier der Allianz in Brüssel, unverzüglich eine Pufferzone im mazedonischen Grenzgebiet zum Kosovo einzurichten. Die Nato reagierte zögerlich auf die Forderung. Der stellvertretende Generalsekretär Sergio Balanzino sagte, unter den 19 Nato-Staaten gebe es Differenzen. Die Allianz werde die Bitte aber prüfen.

Athen und Sofia entsenden Militärhilfe nach SkopjeP> Unterdessen sicherten Griechenland und Bulgarien der Regierung in Skopje ihre Unterstützung zu. Griechenland kündigte an, Militärhilfe - darunter Fahrzeuge, kugelsichere Westen und Medikamente - zu entsenden. Bulgarien hatte bereits am Donnerstag zehn Lastwagen mit Militärgütern nach Mazedonien entsandt. Ministerpräsident Iwan Kostow traf zu einem zweitägigen Besuch in Mazedonien ein. Das bulgarische Parlament verurteilte die Offensive der Albaner am Freitag einstimmig.

Unterdessen deutete ein Führer der mazedonischen Albaner Gesprächsbereitschaft ein. Arben Xhaferi sagte nach einem Gespräch mit Kostow in Skopje, die Krise müsse über Verhandlungen gelöst werden. Xhaferi appellierte an die Regierung, keine Gegenoffensive zu starten. Dadurch würden die Rebellen nur zu weiteren Aktionen ermutigt, betonte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%