Ein Teil geht an wohltätige Einrichtungen
Den Spendenfonds fehlen die Anleger

Mit Spenden in Höhe von rund 7,5 Milliarden Euro belegen die Deutschen Jahr um Jahr weltweit einen Spitzenplatz. Weniger bemerkenswert sieht die Spendenfreudigkeit der Bundesbürger aber bei Spendenfonds aus.

FRANKFURT/M. Die sechs Fonds kommen gerade mal auf ein Gesamtvermögen von weniger als 350 Millionen Euro. "Anders als in Amerika und Großbritannien werden die in Deutschland angebotenen Spendenfonds kaum wahr genommen", sagt ein Sprecher von Union-Investment.

Bei Spendenfonds wird ein freiwilliger oder festgelegter Teil der Renditen und Fondsausschüttungen an gemeinnützige Organisationen abgegeben. Bernd Bender, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrates erklärt das mangelnde Interesse an Spendenfonds damit, dass sich diese Spenden nicht immer von der Steuer absetzen lassen. "In den USA sind da die Regeln anders. Dort können auch Fondsgesellschaften Spendenquittungen ausstellen, die zur Steuerabsetzung nötig sind", sagt Bender.

Für die beiden Spendenfonds von Union-Investment, die bereits 1995 aufgelegt wurden, rührte die Investment-Gesellschaft zwar ordentlich die Werbetrommel, aber die Resonanz blieb bescheiden. Der "DKU-Fonds", dessen Erträge zur Hälfte an das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gehen, hat ein Fondsvolumen von gerade mal neun Millionen Euro. Dieser Mischfonds enthält rund ein Fünftel Aktien und vier Fünftel Rentenpapiere.

Ebenfalls bei Union-Investment wird der "Pro-Mundo-Fonds" angeboten - ein Rentenfonds mit Schwerpunkt Europa. Die Spenden fließen an ein kirchliches Hilfswerke wie das Kindermissionswerk oder die Malteser Werke. Das Fondsvermögen von 32 Millionen Euro erscheint sehr hoch, doch ein Sprecher von Union-Investment erklärt, dass nur sehr wenige Anleger in diesen Fonds investieren würden.

Der "Deka Lux Pro-Missio Fonds", dessen Erträge an die katholische Hilfsorganisation missio gehen, wird bereits seit Anfang 1999 nicht mehr aktiv vertrieben. "Da das Interesse einfach zu gering war, kann dieser Fonds auch nicht mehr als Publikumsfonds erworben werden", erklärt eine Deka-Sprecherin.

Mit einem Fondsvermögen von über 200 Millionen Euro ist der "Gmeiner Kinderdorf Fonds" der Deutsche Bank Tochter DWS, der größte und zugleich älteste Spendenfonds in Deutschland. Er wurde 1976 aufgelegt. Ein Teil der jährlichen Ausschüttung dieses Mischfonds geht an den Hermann- Gmeiner-Fonds Deutschland, der die SOS-Kinderdörfer betreibt. Mit zwei weiteren Fonds ist die DWS der größte Anbieter auf dem kleinen Markt der Spendenfonds.

Ein Mindestanlagesumme für die Spendenfonds von DWS gibt es nicht. Die Fondsgesellschaft empfiehlt aber eine Einmalanlage von 500 Euro und 100 Euro für den Sparplan.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%