Ein Toter, zehn Verletzte
Giftiges Gas in bayerischer Kirche

Durch den Einsatz eines giftigen Schädlingsbekämpfungsmittels in einer bayerischen Kirche sind ein Mann getötet und zehn Menschen schwer verletzt worden.

dpa/HB URSENSOLLEN. In der Dorfkirche von Ursensollen (Landkreis Amberg-Sulzbach) hatte eine Firma Heiligenfiguren und die Innenausstattung mit einer Chemikalie behandelt, um Holzwürmer zu bekämpfen. Ein 39 Jahre alter Familienvater aus einem angrenzenden Haus sei einen Tag nach Beginn der Arbeiten in einer Klinik an den giftigen Dämpfen gestorben, sagte ein Polizeisprecher.

Das Haus ist durch einen Gang mit der Kirche verbunden. Die drei Jahre jüngere Ehefrau sowie die drei 10 bis 14 Jahre alten Kinder wurden auf die Intensivstation des Krankenhauses gebracht. Zuvor war die Katze der Familie gestorben. Später musste eine weitere Familie aus einer anderen Wohnung ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert werden. Insgesamt werden nach Angaben der Polizei zehn Menschen wegen Vergiftungssymptomen behandelt.

Das chemische Mittel aus der Kirche könne noch nach Tagen zu tödlichen Lungenödemen führen. Gegen den Unternehmer, der das Gas in der Kirche eingesetzt hatte, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Experten sollen nun klären, ob die Arbeiten fachgerecht ausgeführt wurden. Nach Einschätzung der Behörden besteht für die anderen Bewohner der Häuser in der Nähe der Kirche keine Gefahr mehr. Messungen in der Umgebung hätten ergeben, dass es keine besondere Konzentration des Schädlingsbekämpfungsmittels mehr gibt.

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