Ein Vergleich der reinen Fondsprodukte mit Förderung zeigt: Jeder Anbieter hat ein anderes Konzept – Gesellschaften bieten nur zögerlich Produkte an
Riesterprodukte sind auch für Aktienfans interessant

Im Gegensatz zu den Versicherern starten die Fondsgesellschaften nur zögerlich ins Riesterzeitalter. Der Vergleich zeigt: Jedes der Fondsprodukte ist anders gestrickt, was die Auswahl für den Anleger erschwert.

fw DÜSSELDORF. Vier Anbieter haben bereits amtlich zertifizierte Angebote: Adig ("Förderdepot", Vertrieb über die Commerzbank), BHW (Der "Förderfonds" für den eigenen Vertrieb wird von Frankfurt Trust bezogen), DWS ("Top-Rente", Vertrieb Deutsche Bank) und Union ("UniProfiRente", Volks- und Raiffeisenbanken). Activest startet am 1. April, der DIT im ersten Quartal des laufenden Jahres. Fidelity mischt zunächst nicht mit. Auch Oppenheim winkt ab - der Verwaltungsaufwand sei zu hoch.

Die größten Gemeinsamkeiten gibt es bei den Kosten. Bei allen vier zugelassenen Produkten kostet der Wechsel zu anderen Anbietern 50 Euro. Ansonsten ist die Kostenstruktur der von konventionellen Fondssparplänen vergleichbar. BHW liegt mit 5 % Ausgabeaufschlag, der von jeder Einzahlung abgezogen wird, und 1 % jährlicher Verwaltungsgebühr am oberen Ende. Im Vergleich zu den meisten Angeboten der Versicherer sind die Fondsprodukte aber kostengünstiger.

Entscheidend für den Erfolg sind die Fonds. Die meisten Anbieter haben als "Renditeturbo" einen internationalen Aktienfonds im Programm. Die DWS wählt selbst aus insgesamt neun Aktienfonds aus, bei der Adig wählt der Kunde aus zwei Aktienfonds und einem gemischten Fonds. Die anderen Anbieter arbeiten hingegen mit jeweils nur einem Fonds für die Aktienanlage.

Wichtig für den Vergleich: Bei den Riesterprodukten fließt jeweils nur ein Teil in den Aktienfonds, der Rest zum Risikoausgleich in Rentenanlagen. Jedes Riester-Fondprodukt hat dabei ein anderes Konzept.

Ein Grund dafür ist, dass die Anbieter garantieren müssen, dass zu Beginn der Rentenzahlungen mindestens das eingezahlte Kapital vorhanden ist. Union und DWS sind mutig: Ihre Produkte sind so gestaltet, dass sie diese garantierte Summe nicht automatisch erwirtschaften. Sie gehen damit ein Risiko für sich selbst ein, das mit Eigenkapital unterlegt werden muss. Dafür ermöglichen die Anbieter dem Kunden mit einem hohen Aktienanteil die Chance auf eine höhere Rendite.

Im einzelnen bietet die DWS drei Varianten mit unterschiedlichen Risikoprofilen an - vom reinen Rentenfonds bis zur Anlage mit Schwerpunkt Aktien. Diese Varianten sind für unterschiedliche Altersklassen gedacht - je jünger, desto höher das Risiko. Dabei steuert die DWS die genaue Mischung zwischen Aktien- und Rentenfonds je nach Marktlage. Die Union wiederum hat nur eine Variante und steuert die Mischung in erster Linie nach dem Alter des Kunden - zunächst fließt das Geld möglichst lange in den Aktienfonds, im Alter mehr und mehr oder wahlweise sogar ganz in Rentenfonds.

Adig und Activest gehen einen anderen Weg: Sie sparen so viel Geld in Zinsanlagen, dass allein dadurch die Einhaltung der Garantie gewährleistet werden soll. Die Adig nutzt dafür genau angepasste Papiere (Zerobonds), Activest hingegen einen Rentenfonds, wobei zur Berechnung der Garantie der Marktzins als Rendite unterstellt wird. Dieses Sicherungskonzept ähnelt dem, das die Versicherer bei ihren Riester-Fondspolicen anwenden. Insgesamt dürfte hierbei nicht so ein hoher Aktienanteil möglich sein wie bei DWS und Union.

Einen Sonderweg geht das BHW: Dort fließt alles Geld in den Fonds BHW TriSelect FT, der seinerseits das Geld auf Aktien, Rentenpapiere und Immobilien verteilt. Dabei gibt der BHW-Konzern die Zusage für den Kapitalerhalt ab, nicht die Fondsgesellschaft Frankfurt Trust. Der DIT möchte ebenfalls mit Mischfonds starten.

Fazit: Vor allem aus Kostengründen sind reine Fondsprodukte eine gute Alternative. Für Aktienfans sind vor allem DWS und Union interessant, während Adig und Activest sich im Riesterangebot weniger von den Versicherern unterscheiden.

Anleger haben noch bis Ende 2002 Zeit, sich ein Riester-Produkt auszusuchen, wenn sie die staatliche Zulage für dieses Jahr erhalten wollen.

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