Ein Verletzter
Bombenanschlag in London

Bei einem Bombenanschlag vor einem Postzentrum in London ist nach Polizeiangaben am Sonntag ein Mensch verletzt worden. Die Explosion habe sich im Verteilungszentrum Hendon im Norden der Stadt ereignet. Es habe weder eine Bombendrohung gegeben, noch habe sich jemand zu dem Anschlag bekannt.

rtr LONDON. Der Anschlag fällt auf den Todestag eines Mitglieds der Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA), der vor 20 Jahren an den Folgen seines Hungerstreiks gestorben war. Auf das Gebäude hatte vor drei Wochen eine Splittergruppe der IRA einen Anschlag verübt.

Nach Angaben der Polizei wurde das Gebäude gegen 04.00 Uhr (MESZ) von einer Explosion erschüttert. Ein Mann habe leichte Verletzungen erlitten, die jedoch nicht im Krankenhaus hätten behandelt werden mussten. Der Chef der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard, Alan Fry, sagte, rund 250 Gramm Sprengstoff seien für die Explosion benutzt worden, genug, um Menschen ernsthaft zu verletzen oder gar zu töten. Anti-Terror-Spezialisten hatten den Anschlag im April der "Wahren IRA" zur Last gelegt, einer Splittergruppe der IRA. Sie hat sich 1997 abgespalten und will nach eigenen Angaben weiter für die Angliederung der britischen Provinz Nordirland zur Republik Irland weiterkämpfen.

Britische Anti-Terror-Experten prüften nun, ob es Hinweise für eine verstärkte Aktivitität irischer Extremisten im Vorfeld der britischen Parlamentswahlen gibt, sagte Fry. Vor den Wahlen von 1992 und 1997 sei es vermehrt zu Anschlägen gekommen. Man werde aber alles tun, um die Bevölkerung und die an der Wahl Beteiligten zu schützen. Es wird erwartet, dass Premierminister Tony Blair in wenigen Tagen den Wahltermin bekannt gibt. Wegen der im Land grassierenden Maul- und Klauenseuche hatte Blair die ursprünglich für den 3. Mai geplante Parlamentswahl verschoben.

In Nordirland herrscht seit mehr als 30 Jahren Bürgerkrieg. Untergrundgruppen der pro-irischen Republikaner und der pro-britischen Unionisten haben wiederholt Anschläge verübt, bei denen zahlreiche Menschen getötet und verletzt wurden. Nach dem 1998 vereinbarten Friedensabkommen ist die Gewalt zwar auf beiden Seiten zurückgegangen, militante Gruppen wie die "Wahre IRA" versuchen jedoch immer wieder, den Friedensprozess zu torpedieren. In dem Bürgerkrieg sind bislang mehr als 3 600 Menschen getötet worden.

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