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Ein Zombie zieht Bilanz

In diesem konjunkturflauen Jahr sind Halbjahresbilanzen selten wirklich gute Nachrichten.

Ein Unternehmen, das "weiterhin starkes Wachstum" meldet, fällt da schon ein wenig aus dem Rahmen. Solch eine Meldung gab es gestern. Von der Mannesmann AG.

Doch, es gibt sie noch, sie wurde ja nicht aufgelöst, sondern von Vodafone übernommen. Längst führt Vodafone die einzelnen Mannesmann-Töchter in der eigenen Bilanz, jedenfalls die Telefongesellschaften. Die alten Industriesparten sind verkauft und zerschlagen. Operativ handelt Mannesmann also längst nicht mehr, seit seiner Integration in Vodafone ist Mannesmann als Unternehmen klinisch tot. Doch einfach sterben lassen und begraben kann Vodafone die Hülle nicht, schließlich haben es ein paar Altaktionäre verpasst, ihre Aktien gegen die Anteilsscheine von Vodafone zu tauschen.

So geistert Mannesmann als Zombie alle Vierteljahre wieder durch Deutschlands Unternehmenslandschaft. Quartalsberichte, Halbjahres- und Jahresabschlüsse werden veröffentlicht. Sogar eine Hauptversammlung wird in diesem Jahr wieder abgehalten, auch wenn sie nun wirklich nichts außer der Selbstabschaffung beschließen kann.

Wie es aber so geht mit Zombies: Den Lebenden sind sie unheimlich. Mannesmann legt Zuwächse beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vor, von denen Vodafone derzeit nur träumen kann. Nur vergleichbar mit dem richtigen Unternehmensleben sind sie eben nicht mehr, allenfalls zeigen sie, dass D2 und Omnitel die Ertrags-Perlen sind in Vodafones weltumspannender Kette von Mobilfunkunternehmen.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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