Ein Zuckerwürfel versüßt das Surfen
Optische Filter transportieren mehr Daten über eine Glasfaser

FRANKFURT. Miniaturisierung in der Datenübertragungstechnik: Das Mainzer Jungunternehmen Cube Optics AG (Cubo) hat einen Filter für die Übertragung von Daten via Glasfaser entwickelt, der kleiner ist als die bisher auf dem Markt erhältlichen Komponenten. Mit einer Kantenlänge von 15 Millimetern ist er gerade mal so groß wie ein Zuckerwürfel. Gleichzeitig erlaubt eine neue Produktionstechnik Preise, die deutlich unter den gängigen Angeboten liegen sollen. Solche so genannten WDM-Filter ermöglichen es, mehrere Signale gleichzeitig durch die Glasfaser zu transportieren. Die Bausteine nutzen die Möglichkeit, weißes Licht in verschiedene Farben aufzuspalten. Jeder dieser Farben werden Signale zugeordnet. Am Ende der Glasfaserleitung trennt ein Filter die Farben und damit die Signale wieder auf. Der Vorteil: Die Kapazität eines Glasfasernetzes kann erhöht werden, ohne mit großem Aufwand zusätzliche Leitungen verlegen zu müssen.

WDM-Filter sind vor allem in den USA weit verbreitet. Doch Cubo zielt mit seinem Bauteil zunächst auf die Metronetze - die Glasfaserverbindungen innerhalb von Ballungsräumen. "Deutschland hat in diesem Punkt gegenüber den USA noch einiges aufzuholen", erklärt Thomas Paatzsch, Vorstandsvorsitzender von Cubo.

"Die Metronetze sind im Glasfaserbereich der Wachstumsmarkt", bestätigt Godehard Walf vom Bereich "Optische Netze" des Heinrich-Hertz-Instituts (HHI) in Berlin. Dort werde das Datenvolumen am stärksten ansteigen. Cubo-Vorstandsmitglied Ingo Smaglinski bescheinigt dem Cubo-Würfel gerade wegen seiner geringen Größe gute Chancen für den Einsatz in Metronetzen. Die Kompaktheit erleichtere den Bau komplexer Karten für Glasfasersysteme. Laut Walf vom HHI ist es zwar auch mit anderen Technologien möglich, WDM-Komponenten in dieser Größe herzustellen. "Dass diese aber tatsächlich am Markt angeboten werden, ist mir bisher nicht bekannt", so Walf.

Cubo will seine Zuckerwürfel im hoch automatisierten Mikro-Spritzguss-Verfahren herstellen. Dagegen sind bei den US-Konkurrenten zahlreiche Arbeitsgänge noch teure Handfertigung. "Bei entsprechender Stückzahl können wir mit unserem Verfahren die bisherigen Preise deutlich unterbieten", so Paatzsch. Noch läuft die Produktion freilich nicht. Es gibt lediglich eine Versuchsanlage. Zunächst will das Cubo-Management mit drei bis vier kleineren Pilotkunden den Weg zum Massenmarkt ebnen.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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