Einbau von Internet-Technik in Autos ist zunächst sehr teuer
Nur Nobel-Karossen fahren online

Damit hat die Internet-Nutzung im Auto freie Bahn. Mit etwas einfacherer Technik lassen sich künftig auch DVD-Videospieler während der Fahrt nutzen. Die Autobranche erwartet eine schnelle Verbreitung.

zel GENF/DÜSSELDORF. Wer erleben will, was künftig in einem Serienauto möglich sein wird, der muss zum Automobilsalon nach Genf fahren: Dort zeigen Zulieferer noch bis zum 11. März, dass der Einsatz von Multimedia und Internet im Fahrzeug nicht mehr lange auf sich warten lässt. Einzige Einschränkung: Besonders die Internet-Verwendung bleibt zunächst auf den Einbau in Luxusklasse-Fahrzeugen beschränkt. Die weite Verbreitung wird länger auf sich warten lassen. Die hohen Preise sind ausschlaggebend dafür, dass das Internet seine ersten automobilen Auftritte in teuren Modellen haben wird.

Auf dem Genfer Automobilsalon präsentiert die Münchener Megacar AG, eine Tochtergesellschaft des Zulieferers IVM Automotive, ihre Lösung für den Internet-Einsatz im Auto. Die so genannten "Web-Pads" -tragbare LCD-Computer-Bildschirme- erlauben einen höchst flexiblen Einsatz des Internets im Auto. Ein Web-Pad funktioniert im Wesentlichen wie zu Hause das schnurlose Telefon. Zum Aufladen der Akkus steckt das Web-Pad in der Basisstation, die im Fahrzeug untergebracht ist. Wenn der Fahrer anhält, zieht er den Web-Pad-Bildschirm aus der Basisstation und kann damit dann im Umkreis von 50 bis 100 Metern im Internet surfen. Typisches Beispiel: Ein Architekt fährt mit dem Auto zur Baustelle. Aus dem Fahrzeug nimmt er den tragbaren Internet-Bildschirm mit hinaus in die Baugrube oder in den Rohbau. Das Auto wird de facto zu einer mobilen Station für den Internet-Einsatz. Der Monitor wird über Berührung ("touch screen") gesteuert.

Hochsensible Technik sorgt für Seitenaufbau

Im Auto sorgt hochsensible Technik dafür, dass auf dem Web-Pad-Bildschirm tatsächlich auch immer eine Seite aus dem Internet erscheint. Megacar setzt derzeit noch auf 16 parallel geschaltete GSM-Kanäle (der aktuelle Standard für das Mobiltelefon). Maximal sei eine Übertragung von 153kbit pro Sekunde möglich. In einem zweiten Schritt kann auch die neue GPRS-Mobiltelefon-Technik verwendet werden.

Megacar-Chef Eckhard Kloth garantiert, dass der Bildschirm auch in Funklöchern nicht dunkel bleiben muss. Moderne Technik im Auto sorge dafür, dass der Computer stets nach freien und leistungsstarken Mobiltelefon-Kanälen suche und sie auch immer aggressiv anwähle. Bei entsprechendem Bedarf werde einfach der Telefon-Anbieter gewechselt.

Im Sommer soll die Technik in Serienfahrzeuge eingebaut werden

Bereits im Sommer soll die Web-Pad-Technik im ersten Serienfahrzeug auftauchen. Laut Kloth wird Mercedes sie künftig in den Fahrzeugen seiner Luxustochter AMG anbieten. "Für das Internet im Auto entsteht ein Markt", ist sich Kloth sicher. Allerdings hat sie auch ihren Preis: Der Grundbetrag für die Web-Pads samt Computer und Mobiltelefon-Technik soll zunächst bei 10 000 DM liegen. Bei höheren Stückzahlen könnte der Preis auf 3 000 bis 4 000 DM fallen.

Für den Internet-Einsatz in Edellimousinen hat Megacar noch eine zweite Variante parat. Fahrzeuge, die in der Regel von einem Chauffeur gefahren werden, stattet der Automobilzulieferer über den hinteren Sitzen mit aufklappbaren Bildschirmen aus. Die im Wagendach untergebrachten Computer-Monitore sind dann auch für den Internet-Einsatz während der Fahrt gedacht. Die Computer und die Übertragungstechnik werden wie bei den Web-Pads im Kofferraum untergebracht.

DVD-Videospieler für das Auto

Wesentlich einfacher gehalten ist die Multimedia-Variante, die der US-Automobilzulieferer Johnson Controls für die Verwendung im Fahrzeug entwickelt hat. Die Amerikaner wollen den großen Automobilherstellern künftig DVD-Videospieler im großen Stil verkaufen. Opel hat als erstes Unternehmen angebissen: Vom Jahr 2002 an soll es den DVD-Spieler im Minivan Zafira als neue Extra-Ausstattung geben.

Wie Megacar bei der Internet-Lösung hat auch Johnson Controls seinen Bildschirm im Dach des Autos untergebracht. Die Benutzung des DVD-Spielers ist während der Fahrt für Beifahrer und Fondpassagiere möglich. Sie müssen dabei jedoch Infrarot-Kopfhörer tragen, damit der Fahrer nicht abgelenkt wird.

Die künftigen Einsatzmöglichkeiten dieses Systems liegen auf der Hand: Der Opel Zafira ist ein Familienauto, in dem Eltern mit ihren Kindern unterwegs sind. Ein DVD-Spieler sollte zusammen mit interessanten Filmen dafür sorgen, dass sich Kinder auf der langen Fahrt in den Urlaub nicht mehr langweilen. Setzt sich das System durch, muss der Einsatz nicht auf den Zafira beschränkt bleiben.

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