Einbruch des Gewinns
Schwieriger US-Markt belastet Adecco

Schwächer als erwartete US-Märkte dürften nach den Worten von Finanzchef Felix Weber das Ergebnis des letzten Quartals 2002 des weltgrössten Zeitarbeitskonzerns Adecco belasten. Weber bestätigte damit Vermutungen von Investoren. Er wollte jedoch keine näheren Angaben zum Jahresend-Resultat machen.

Reuters ZÜRICH. "Unsere interne Hoffnung und Überzeugung war, dass wir unter der Annahme, dass die US-Wirtschaft weiter wächst, ein anhaltendes Wachstum sehen werden. Dies ist jetzt nicht der Fall und hat offensichtlich Auswirkungen auf unsere Zahlen," sagte Weber am Montag im Gespräch mit Reuters. Adecco erzielt fast einen Viertel des Umsatzes in den USA, wo die Arbeitslosigkeit im November stärker als prognostiziert auf sechs Prozent anstieg.

Die Adecco-Aktie reagierte bei anziehenden Umsätzen mit einem Abschlag auf die Aussagen Webers. Adecco waren um 13:30 Uhr im Vergleich zum Freitags-Schluss drei Prozent tiefer bei 56,35 Franken, nachdem sie vor dem Statement bei 58 Franken gelegen hatten. Analyst Roger Steiner der Bank Julius Bär, der zuvor mit dem Adecco-Management gesprochen hatte, senkte am Montag die Reingewinn-Schätzung für das vierte Quartal um 20 Prozent auf 98 Millionen Franken. Steiner gibt sich längerfristig jedoch optimistisch und behält die Kaufempfehlung bei.

Im dritten Quartal 2002 hatte Adecco bei einem Umsatz von 6,42 Milliarden Franken einen Einbruch des Gewinns vor Abschreibung immaterieller Anlagewerte um 43 Prozent auf 120 Millionen Franken verzeichnet. Weber hatte bei der Vorlage dieser Zahlen weiter gesagt, der Konzern erwarte für das letzte Vierteljahr in Lokalwährungen eine Umsatzsteigerung.

Weber wollte diese Prognose am Montag nicht weiter kommentieren. Der Adecco-Finanzchef sagte jedoch weiter: "Wir haben auch tieferes Wachstum in Italien gesehen, aber das muss man vor dem Hintergrund der hervorragenden Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf mit grossem Wachstum sehen, das nun ein bisschen abflacht." Italien gilt als einer der grossen Wachstumsmärkte in Europa, nachdem der dortige Arbeitsmarkt 1998 liberalisiert wurde.

In Adeccos grösstem Markt Frankreich, wo der Konzern rund einen Drittel des Umsatzes verbucht, verläuft die Entwicklung indes im Rahmen der Erwartungen. "In Frankreich liegen wir volumenmässig leicht unter Vorjahr, aber wertmässig über Vorjahr," so Weber. "Frankreich liegt im Rahmen dessen, was wir erwartet haben."

Weber sagte weiter, die Rückstellungen für Debitorenverluste dürften im vierten Quartal mit 0,6 Prozent des Umsatzes relativ hoch bleiben und im kommenden Jahr dann auf rund 0,3 Prozent sinken. Er verwies in diesem Zusammenhang auf den Einfluss der Konjunkturentwicklung.

Die Adecco-Aktien hatten das Jahr aufgrund von Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung mit kräftigen Avancen begonnen und im April die Marke von 114 Franken erreicht. Im Oktober standen die Titel dann unter 34 Franken, nachdem der prognostizierte Wirtschaftsaufschwung auf sich warten gelassen hatte und zusätzlich Kriegsängste in den Vordergrund gerückt waren.

Mit einem Abschlag von 35 Prozent bisher im laufenden Jahr entwickelten sich die Adecco-Valoren schlechter als jene der Konkurrenten Manpower und Randstad, jedoch besser als Vedior und Kelly.

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