Einbruch im internationalen Tagungsgeschäft
Hotelbranche leidet unter Stornierungen

Die wirtschaftlichen Folgen der Terroranschläge in den USA sind auch in der Hotelbranche deutlich zu spüren. "Insbesondere das Tagungsgeschäft der Stadthotels leidet unter erheblichen Einbrüchen", ließ die Frankfurter Steigenberger Hotels AG auf Anfrage wissen.

HB DÜSSELDORF Einen rund 20-prozentigen Rückgang der Reservierungen seit vergangenen Dienstag meldet die Best Western Hotels Deutschland GmbH, Eschborn: Bankettveranstaltungen werden abgesagt, die Festsäle aller Hotelketten bleiben leer.

Der deutsche Verband für Gaststätten und Hotelgewerbe blickt aber besorgt in die Zukunft. "Momentan ist der exakte Schaden für die Branche noch nicht zu beziffern", so der Geschäftsführer für Hotellerie, Markus Luthe. "Wir befürchten längerfristig eine defizitäre Entwicklung in der Belegung."

Er hob hervor, dass sich viele Hotelbesitzer bei Stornierungen wegen der Anschläge kulant verhalten hätten. "Nahezu alle Unternehmen haben auf Stornogebühren verzichtet." Natürlich seien den Hotels dadurch weitere Kosten entstanden, die durch die weiterhin anhaltende negative Entwicklung der Branche nicht kompensiert werden können.

Marriott International verlor zwei Hotels durch das Attentat

Die amerikanische Hotelgruppe Marriott International Inc macht zum Deutschland-Geschäft noch keine Angaben. Zu sehr ist man mit den Ereignissen in New York befasst: Dort verlor das Unternehmen zwei Hotels durch das Attentat. In dem Hotel im World Trade Center waren 940 Gäste untergebracht, und in dem Financial Center Marriott - zwei Blocks entfernt - waren es 620 Menschen. "Wir tun im Moment alles, um den Schaden zu begrenzen und bringen unsere Gäste aus den zusammengestürzten Hotels in anderen New Yorker Marriott-Häusern unter", sagte eine Sprecherin. "Im Financial Center soll der Hotelbetrieb eventuell wieder aufgenommen werden."

In Füssen, nahe der internationalen Touristenattraktion Neu Schwanstein, meldet ein Hotel der Treff Hotels AG mit Sitz im hessischen Bad Arolsen 60 bis 70 Zimmerstornierungen von japanischen und US-amerikanischen Touristengruppen. "Wir befürchten, dass dies erst der Anfang ist", hieß es.

Stornierungswelle von Oktoberfest-Besuchern blieb aus

Viele Hoteliers hatten zudem befürchtet, dass es wegen der beschränkten Feierlichkeiten beim Münchener Oktoberfest zu einer Stornierungswelle kommen könnte. Diese Befürchtungen erwiesen sich jedoch als verfrüht. "München wird dieses Jahr zwar nicht zu 120, aber immer noch zu 95 Prozent ausgebucht sein", sagte ein Sprecher von Best Western. "Allerdings werden wir unsere Sicherheitsvorkehrungen verstärken, was insbesondere die amerikanischen Gäste jetzt von uns erwarten." Bei Sheraton Hotels & Resorts, Frankfurt, ist die Situation ähnlich: "Die Warteschlangen für unsere Münchener Hotels sind lang."

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