Einbußen durch Kapitalanlagen ausgeglichen
Gothaer Versicherung mit weniger Beitragseinnahmen

dpa/vwd KÖLN. Die Gothaer Rückversicherung AG hat nach den Worten ihres Vorstandssprechers Werner Görg in einem schwierigen Marktumfeld ihre Position ausbauen können. Wie Görg am Freitag in Köln berichte, seien die Beitragseinnahmen 1999 um 8 % auf rund 500 Mill. DM (rund 255 Mill. Euro) - vor allem wegen der "planmäßigen Rückführung" des Lebensrückversicherungsgeschäfts - zurückgegangen. Die Gewinne durch die Kapitalanlagen glichen diesen Verlust aber bei weitem aus. Das Kapitalanlageergebnis lag den Angaben zu Folge mit rund 95 Mill. DM deutlich über dem Vorjahresergebnis von gut 87 Mill. DM.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von minus 45 Mill. DM auf minus 39,6 Mill. DM. Der Bestand stieg auf über eine Milliarde DM. Der Jahresüberschuss betrug 11,3 Mill. DM (1998: 14,5 Mill. DM). Für 2000 rechnet Görg mit einem Wachstum der Prämieneinnahmen um acht Prozent.

1999 war ein Katastrophenjahr

Wie Görd weiter berichtete, sei für die Branche das Jahr 1999 geprägt gewesen durch eine Häufung von durch Naturkatastrophen ausgelösten mittleren und schweren Schadensereignissen. "Hervorzuheben sind die schweren Überschwemmungen in Süddeutschland und der Schweiz im Mai, schwerste Erdbebenschäden in der Türkei im August und November, der Jahrhundertsturm in Dänemark und seinen Nachbarländern Anfang Dezember sowie die schweren Orkane in Frankreich Ende Dezember mit vielen Todesopfern und unermesslichen Schäden auch in der Schweiz und Deutschland", hieß es. Darüber hinaus habe der "ruinöse Wettbewerb" in der Feuerversicherung und der Kfz-Versicherung den in Deutschland tätigen Versicherern zusätzlich zu schaffen gemacht.

Internetplattform für Rückversicherungen

Ende des Jahres will die zum Parion-Konzern gehörende Gothaer Rückversicherung eine Internet-Plattform für Rückversicherungen starten. Die Reway GmbH, Köln, sei im August gegründet worden, sagte Prokurist Rainer Breeck am Freitag bei der Bilanzvorlage der Gothaer Rück, die derzeit einzige Gesellschafterin ist. Auf der weltweiten Transaktions- und Auktionsplattform von Reway sollen Erstversicherer Rückversicherer einladen können, Angebote für die Deckung bestimmter Risiken abzugeben. "Rückversicherung ist bis zu einem gewissen Grad standardisierbar", sagte Breeck. Die Strategie von Reway ist es, weitere Gesellschafter ins Boot zu holen, um Neutralität zu erreichen. Die Gothaer Rück hat nach Angaben ihres Vorstandssprechers Werner Görg nicht die Absicht, in jedem Fall die Mehrheit zu behalten. Ein Börsengang sei allerdings nicht geplant. Die Gothaer Rück betrachtet Reway als Kapitalanlage. Für die Vermittlung von Rückversicherungsverträgen über das Portal kassiert reway 0,5 bis 2,5 Prozent der Prämie. Der Breakeven ist für 2003 geplant, der Investitionsplan sieht eine Summe von 10 Mill. DM vor.

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