Eindeutig nachgewiesen
Forschungsanstalt Tübingen bestätigt Oberallgäuer BSE-Fall

Damit steht fest, dass es in Bayern den bundesweit zweiten Fall der Rinderseuche BSE gibt. Die Ergebnisse der beiden verdächtigen Proben aus der Oberpfalz sollen erst in den nächsten Tagen vorliegen.

ddp/ap MÜNCHEN. Die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten in Tübingen hat am Sonntag den BSE-Fall im Oberallgäu bestätigt. Der Erreger sei "eindeutig" nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums in München. Damit steht fest, dass es in Bayern den bundesweit zweiten Fall der Rinderseuche BSE gibt. Die Ergebnisse der beiden verdächtigen Proben aus der Oberpfalz sollen erst in den nächsten Tagen vorliegen.

Die 82 Rinder auf dem Familienbetrieb in Sulzbach bei Kempten müssen damit alle getötet und "unschädlich beseitigt" werden. Offen ist, ob auf dem Kemptener Schlachthof weiter geschlachtet werden darf. Darüber muss nun das Gesundheitsministerium in München entscheiden.

BSE-Verdacht bei zwei weiteren Tieren

Bei zwei weiteren Tieren in Bayern besteht BSE-Verdacht. Die betroffenen Rinder stammen aus unterschiedlichen Gegenden. Bei den zwei noch nicht endgültig geklärten Fällen handelte es sich um ein 1996 auf einem Hof im Landkreis Cham geborenes Rind sowie um eine fünf Jahre alte Kuh, die im Kreis Neumarkt in der Oberpfalz zur Welt kam. Beide Tiere hätten ihren Bestand vor der Schlachtung nicht verlassen, erklärte Sozialstaatssekretär Georg Schmid am Sonntag in München.

Die Kuh aus der Oberpfalz wurde Schmids Angaben zufolge in Baden-Württemberg geschlachtet, der Verdacht sei von den dortigen Behörden übermittelt worden. Alle drei Herden sowie die beiden betroffenen Schlachthöfe in Bayern - in Kempten im Oberallgäu und in Furth am Wald - seien gesperrt, das Fleisch sei sicher gestellt worden.



Neuer Test kommt im Spätsommer

Das neue BSE-Testverfahren - entwickelt von einer Tochterfirma des Pharmakonzerns Boehringer-Ingelheim - kommt "Bild am Sonntag" zufolge vermutlich im Spätsommer auf den Markt. Die Kosten liegen laut Hersteller bei 150 Mark je Untersuchung und sind damit um 50 Mark billiger als die der derzeit durchgeführten Tests.

"Unser Verfahren ähnelt einem Diabetes-Test für Zuckerkranke", erklärte der Geschäftsführer der Firma Vetmedica, Dietrich Janott, der "Bild am Sonntag". Dem Tier werde eine Blutprobe entnommen, dann werde im Labor geprüft, ob eine Infektion vorliege. Seien im Blut BSE-Erreger vorhanden, lasse sich dies sofort durch eine Verfärbung erkennen. "In drei bis vier Wochen haben wir unsere Labortests abgeschlossen", sagte Janott. "Läuft alles nach Plan, sind wir im Spätsommer 2001 einsatzbereit."

Bislang kann BSE erst festgestellt werden, wenn die Rinder bereits geschlachtet worden sind. Der Erreger soll beim Menschen die tödliche Creutzfeld-Jakob-Krankheit auslösen - auch sie kann bislang erst bei der Obduktion nachgewiesen werden.

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