Eindringlicher Appell Annans
Waffeninspektoren bereiten Waffensuche vor

Die Waffeninspektoren der Vereinten Nationen (Uno) haben am Dienstag letzte Absprachen für die ab Mittwoch beginnende Suche nach irakischen Massenvernichtungswaffen getroffen.

Reuters BAGDAD. Das erste Kontingent von 17 Waffeninspektoren begab sich am Dienstag zunächst in das Hotel Canal, das in Bagdad als Operationsbasis dient. Im Tagesverlauf waren Gespräche mit dem Chef des irakischen Verbindungsbüros vorgesehen. Uno - Generalsekretär Kofi Annan hatte am Montag noch einmal Irak eindringlich zur Zusammenarbeit aufgefordert, wenn ein Krieg verhindert werden soll. Iraks staatliche Medien verneinten erneut, dass das Land über Massenvernichtungswaffen verfüge.

Ein Sprecher der Waffeninspektoren sagte in Bagdad, zunächst sei noch ein Gespräch mit dem Chef des irakischen Verbindungsbüros Hussam Mohammed Amin geplant. Am Mittwoch würden dann mit der Aufnahme der Inspektionen wohl zunächst die Plätze und Orte aufgesucht, die bereits vor vier Jahren von anderen Untersuchungsteams durchsucht worden seien. Man werde dann sehen, ob hinterlassene Ausrüstungsgegenstände noch funktionstüchtig seien.

Annan sagte am Montag in Paris, er hoffe, das die irakische Regierung mit den Inspektoren umfassend kooperiere und seinen Verpflichtungen nachkomme. "Das ist der einzige Weg, um einen Konflikt in der Region zu vermeiden."

Irakische Medien wiesen am Dienstag erneut Anschuldigungen zurück, Irak besitze Massenvernichtungswaffen. Im Parteiorgan der regierenden Baath Partei hieß es: "Die Wahrheit ist, dass alle Massenvernichtungswaffen zerstört worden sind." Auch die Produktionsanlagen hierfür seien vernichtet worden.

Der Uno-Sicherheitsrat verlängerte das Hilfsprogramm für Irak wegen US-Vorbehalte nur um neun Tage, um in dieser Zeit weitere Verhandlungen über die weitere Ausgestaltung des Programms zu führen. Die USA verknüpfen die Verlängerung mit einer Überprüfung der Liste ziviler Güter, die an Irak geliefert werden und möglicherweise auch militärischen Nutzen haben könnten. Statt der geplanten Verlängerung von sechs Monaten plädieren die USA für eine Frist von drei Monaten.

Der US-Botschafter bei der Uno, John Negroponte, sagte, die USA wollten Systeme zur globalen Standortbestimmung, Störsender sowie Abhörgeräte auf die Liste zu überprüfender Güter setzen. Zudem sollte das Medikament Atropin, das gegen die Wirkung von Nervengas eingesetzt werden kann, der Liste zugefügt werden. Irak hatte vor kurzem in der Türkei große Mengen Atropin bestellt und damit die USA in ihrer Befürchtung bestärkt, Irak werde Nervengas gegen angreifende Truppen einsetzen.

Diplomaten warnten, dass es nicht einfach sei, die von den USA geforderten Güter auf die Liste zu setzen. Andere Staaten würden in dem Fall ihrerseits verlangen, Güter von der Liste zu streichen. Die Liste war erst im Mai neu ausgehandelt worden. Das Programm umfasst im Kern die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und zivilen Gütern, die mit irakischen Ölexporten bezahlt werden. Dadurch sollen die Auswirkungen von Uno-Sanktionen auf die Bevölkerung reduziert werden, die die Uno nach dem irakischen Überfall auf Kuwait 1990 gegen das Land verhängt hatte.

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