Eindringliches Nicht-Einmischen
Schröder besorgt über Warnstreiks in Metallindustrie

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich besorgt über die Warnstreiks in der ostdeutschen Metallindustrie geäußert. "Ich will andeuten, dass es Entwicklungen gibt, die gerade angesichts der Arbeitsmarktlage in höchstem Maße besorgt machen", sagte der Kanzler am Dienstag mit Blick auf den Tarifkonflikt, bei dem es um die von der IG Metall geforderte schrittweise Einführung der 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metallindustrie geht.

Reuters BERLIN. Einmischen wolle er sich in die Tarifauseinandersetzung nicht. Er äußerte aber die Hoffnung, dass die Tarifparteien zu einer Einigung kommen, die gesamtwirtschaftlich vertretbar sei. Der Vorsitzende des IG Metall-Bezirkes Berlin, Brandenburg und Sachsen, Hasso Düvel, sagte dazu: "Ich kann ihm (Schröder) nur raten, dass er sich aus dem Tarifkonflikt heraushalten soll." Von Seiten der Metall-Arbeitgeber war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Am 12. Mai wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft zu weiteren Verhandlungen für alle ostdeutschen Tarifgebiete treffen.

Am Dienstag wurden die Warnstreiks mit dem Schwerpunkt Brandenburg fortgesetzt. Nach Angaben der IG Metall waren unter anderem Niederlassungen von Daimler-Chrysler, Siemens, ABB und Bombardier von zeitweisen Arbeitsniederlegungen betroffen. Düvel kündigte für die kommende Woche eine zweite Warnstreikwelle in der ostdeutschen Metallindustrie an. Am 21. Mai komme der Vorstand der IG Metall zusammen, um über eine Urabstimmung zur Vorbereitung eines Streiks zu beraten, falls es bis dahin keine befriedigenden Verhandlungsergebnisse geben sollte.

Düvel bekräftigte die Forderung erneut mit dem Argument, die zeit für die Arbeitszeitverkürzung von derzeit 38 auf 35 Wochenstunden für die rund 310 000 Beschäftigten in der ostdeutschen Metallindustrie sei reif, da die Lohnstückkosten im Osten mittlerweile um zehn Prozent günstiger seien als im Westen. Außerdem übersteige der Produktivitätszuwachs in den Ostbetrieben die Nachfrage, so dass ohne Arbeitszeitverkürzung Arbeitsplätze gefährdet seien. Die Arbeitgeber halten entgegen, dass mit der Angleichung der Arbeitszeit einer der wenigen Standortvorteile für ostdeutsche Produktionen verloren gehe und der Verlust weiterer Arbeitsplätze drohe.

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