Eine der schlimmsten Gewalttaten der deutschen Nachkriegszeit
Das Schulmassaker von Erfurt

Es war eine der schlimmsten Gewalttaten der deutschen Nachkriegszeit: Am 26. April erschießt der 19 Jahre alte Robert Steinhäuser, ein ehemaliger Schüler, im Erfurter Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und danach sich selbst. Die Öffentlichkeit ist bis ins Mark schockiert, die Tat macht weltweit Schlagzeilen.

HB/dpa ERFURT. Etwa 70 Schüsse hallen an jenem Freitag durch das fast 100-jährige Gebäude: 12 Lehrer, 2 Schüler, die Sekretärin und 1 Polizist sterben. Ein Lehrer, der später als "Held von Erfurt" Schlagzeilen macht, stellt sich dem Täter nach eigener Erzählung in den Weg. Er soll so noch Schlimmeres verhindert haben.

Monatelang wird in Deutschland über brutale Computerspiele, Sportschützen - zu denen Steinhäuser gehörte - und mögliche Fehler im Schulsystem diskutiert. Die Bundesregierung will ein Zeichen setzen und verschärft das Waffengesetz. Außerdem wird das Jugendschutzrecht neu geregelt: Kinder und Jugendliche sollen besser vor Gewaltdarstellungen und gefährlichen Computerspielen geschützt werden.

Was in dem jungen Täter aber letztlich vorgegangen ist, weiß niemand. Bei der Trauerfeier auf dem Erfurter Domplatz, einer der größten, die Deutschland je gesehen hat, brennt auch eine 17. Kerze - für den Schützen. "Wir müssen einander achten, und wir müssen aufeinander achten. Niemand darf abgedrängt werden", sagt Bundespräsident Johannes Rau vor mehr als 100 000 Menschen. In den Monaten nach der Tat kehrt der Alltag in Erfurt oft nur langsam wieder zurück. Noch immer brauchen viele der Kinder und Jugendlichen der Schule psychologische Betreuung.

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