Eine freie Presse verbreite Rassismus, Gewalt und Sex
Vietnam erklärt Presse-Zensur mit Prinzessin Dianas Tod

Das kommunistisch-regierte Vietnam hat die Pressezensur im eigenen Land mit dem Tod der britischen Prinzessin Diana begründet. Der Unfall 1997 habe bewiesen, welche schmerzlichen Folgen die Zulassung einer freien Presse haben könne, hieß es in einem Artikel unter der Überschrift "Wem nützt die Pressefreiheit?" in der staatlichen Tageszeitung "Quan Doi Nhan Dan" (Volksarmee) am Dienstag.

Reuters HANOI. Der Bericht enthielt zwar das seltene Eingeständnis, dass "einige Stimmen Meinungs- und Pressefreiheit fordern". Dies seien jedoch ein "gefährliches Komplott" und "konterrevolutionäre Propaganda".

Das westliche Medien-Modell passe nicht zu Vietnam, hieß es in dem Artikel weiter. Die freie Presse verbreite Rassismus, Gewalt und Sexgeschichten und mische sich zu stark in die Privatsphäre der Menschen ein. "Diese Art von Freiheit ist nicht tolerierbar. Wahre Freiheit der Presse kann nur in den Händen unseres Volkes und unserer Partei liegen." In Vietnam gibt es keine privaten Medienunternehmen, Pressezensur durch die Regierungspartei ist an der Tagesordnung. Um die Verkaufszahlen zu steigern, haben sich einige Blätter in der nicht-politischen Berichterstattung in den vergangenen Jahren am Boulevard-Journalismus orientiert.

Prinzessin Diana war vor vier Jahren bei einem Verkehrsunfall in Paris ums Leben gekommen. Ihr Auto war von Fotoreportern verfolgt worden.

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