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Eine Fülle negativer Nachrichten

So still wie ursprünglich erwartet geht es bis zur Mittagsstunde an der Wall Street nicht zu. Denn während Anleger und Investoren sich eigentlich auf einen vorzeitigen Feierabend und ein entspanntes Thanksgiving vorbereiten, scheinen Analysten noch fleißig zu arbeiten. Eine Reihe schlechter Nachrichten holt die Anleger aus den Holiday-Vorbereitungen zurück.

Besonders Finanztitel geraten zur Wochenmitte unter Druck. Nachdem vor allem Investmenthäuser in diesem Monat bereits bis zu 20 Prozent verloren haben, hält der Abwärtstrend weiter an. Goldman Sachs, Merrill Lynch und Citigroup verlieren nicht zuletzt wegen der trüben Stimmung auf dem Kapitalmarkt an Wert.



Ähnlich unerfreulicher geht es bei den Softwareaktien zu. Die pessimistischen Zukunftsaussichten für Portal Software belasten das Segment. Der Softwarekonzern verlor am Morgen mehr als die Hälfte des Börsenwertes, nachdem eine Reihe von Analysten die Aktie abstufte. Rick Sherlund von Goldman Sachs beurteilte die Umsatzentwicklung in Nordamerika in den kommenden zwei Quartalen kritisch. Während das sequenzielle Wachstum in den vergangenen fünf Quartalen noch 20 Prozent betragen hatte, lag die Wachstumsrate im vergangenen Quartal nur bei zwei Prozent. Nicht zuletzt ist die Situation am Kapitalmarkt für die rückläufige Ausgabenentwicklung auf dem Markt für Service Provider verantwortlich, so der Analyst. Er reduziert die Einstufung von "Empfehlungsliste" auf "Market Outperformer". Prudential Securities korrigiert die Bewertung sogar auf "halten".



Ebenfalls in den roten Bereich geht es für die Aktien der Ölkonzerne und die Werte des Gesundheitssektors. In die Gruppe der Mauerblümchen reihen sich zur Wochenmitte außerdem die Pharma- und Tabaktitel ein. Belastend wirkt sich auf diese Werte nach wie vor das Gerangel um die US-Präsidentschaftswahlen aus. Die Sektoren, die von einer Bush Präsidentschaft profitieren könnten geraten durch die jüngsten Nachrichten aus Florida unter Druck. Gesternabend entschied das Oberste Gericht von Florida zu Al Gores Gunsten.



Das Gericht will handgezählte Stimmen gelten lassen. In den Bezirken, in denen noch einmal manuell gezählt wird, überwiegen demokratische Wähler. Durch dieses Verfahren erhoffen sich die Demokraten eine Mehrheit. Am Sonntag sollen die Auszählungen beendet sein, doch erst mal drückt die Unsicherheit über den Ausgang der Wahl auf das Gemüt der Wall Street. Philip Morris und Merck führen die Dow Jones-Verliererliste an.



Die einzig wahren Lichtblicke an New Yorks Börsen zur Mittagsstunde sind die Aktien von Coca-Cola. Die Aktie ist bei den Anlegern wieder beliebt, nachdem der Getränkeriese sein Gebot für den Lebensmittelkonzern Quaker Oats zurückzog. Neuer Bewerber ist Danone. Der französische Hersteller von Molkereiprodukten hat bislang noch kein konkretes Gebot abgegeben. Quaker, Danone und Pepsi verlieren vorbörslich an Wert. Coca Cola kann dagegen wieder zulegen und führt die Liste der Dow-Gewinner an.



Home Depot

droht unter der Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage zu leiden. Wichtige Wirtschaftsindikatoren deuten auf eine nachlassende Konjunktur hin. Für die Umsatzentwicklung des Baumarkt-Konzern nicht unbedingt das optimalste Umfeld. Die Analysten von Goldman Sachs sehen wieder bessere Zeiten für die Handelskette, sobald eine potentielle Erholung der Konjunktur in Sicht ist. Bis sich Home Depot auf das Umfeld eingestellt hat, könnten jedoch ein bis zwei Quartale vergehen.

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