Eine Mill. Euro sind geplant
Berlin will Unterstützung beim Aufbau Jugoslawiens leisten

dpa BERLIN. Nach der materiellen Hilfe der Bundesregierung für die inzwischen siegreiche Opposition in Jugoslawien will Deutschland jetzt Unterstützung beim Wiederaufbau des von Kriegsfolgen und internationaler Isolierung gezeichneten Landes leisten. Wie das Auswärtige Amt am Wochenende mitteilte, wurden bereits 500 000 Euro (knapp eine Million DM) für einen internationalen Fonds zur Räumung der Donau- Fahrrinne überwiesen. Insgesamt sollen dafür eine Million Euro aus Berlin kommen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder versicherte dem neuen jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica in einem Glückwunsch- Telegramm, Deutschland werde Jugoslawien beim wirtschaftlichen Wiederaufbau und bei der Integration des Landes in die freie europäische Völkerfamilie zur Seite stehen. Außenminister Joschka Fischer schrieb an Kostunica: "Die Bundesregierung ist bereit, Ihr Land auf diesem Weg zurück nach Europa tatkräftig zu unterstützen."

Schröder sagte am Samstag nachmittag in München: "Nur wenn die Menschen spüren, dass es auch ökonomisch aufwärts geht, werden sie das Gefühl haben: Es hat sich gelohnt." Auch für Jugoslawien gelte jetzt der mit fünf Mrd. DM ausgestattete Stabilitätspakt für den Balkan. Schröder sagte, er gehe davon aus, dass auch die private Wirtschaft großes Interesse an Investitionen in dem Land habe.

Sprecher von Auswärtigem Amt und Bundespresseamt bestätigten einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", dass die Bundesregierung in den vergangenen Monaten oppositionelle Kräfte in Jugoslawien gegen den mittlerweile gestürzten Diktator Slobodan Milosevic unterstützt habe. So wurden allein 16 Mill. DM für die Förderung oppositionell regierter Kommunen bereitgestellt. Eine Sprecherin des Außenministeriums betonte, dabei habe es sich um normale Haushaltsmittel gehandelt. Das Geld sei über offizielle Städtepartnerschaften nach Jugoslawien geflossen. Zudem wurden vier Mill. DM zur Förderung unabhängiger und oppositioneller Medien und Journalisten zur Verfügung gestellt.

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