Eine Million Stück Vieh ist bereits verendet
Schneekatastrophe in der Mongolei lässt Tiere sterben

dpa PEKING. Bei den Hirten in der Mongolei breitet sich zunehmend Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit aus, weil sie tatenlos zusehen müssen, wie ihr Vieh in den Schneemassen stirbt. In einem Appell bat das Rote Kreuz am Donnerstag in Peking um umgerechnet 3,65 Mill. DM, um damit 35 000 unter der Schneekatastrophe leidenden Menschen helfen zu können. Die Hirten seien körperlich und geistig völlig erschöpft. Das Rote Kreuz sei besorgt, "dass viele den bitteren Winter ohne sofortige Hilfe nicht überstehen werden."

Bereits mehr als eine Million Stück Vieh sind in der Mongolei verendet. Es wird damit gerechnet, dass 6,6 Mill. Tiere den Winter nicht überleben werden. "Die Hirten fürchten, es gibt keine Hoffnung für sie", sagte Solveig Olafsdottir von der Internationalen Vereinigung der Rotkreuzgesellschaften nach der Rückkehr aus der Mongolei in Peking. Die sozialen Auswirkungen seien schlimm, deshalb werde auch psychologische Unterstützung gebraucht.

Als ungewöhnliche Hilfsmaßnahme erhalten 15 000 Hirtenfamilien einfache Radios, um sich auf das Wetter vorbereiten zu können und über Hilfsmaßnahmen informiert zu werden. "Die Hirten leben sehr isoliert", sagte Olafsdottir. "Wir wollen ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht allein sind und dass es Unterstützung gibt." Ein Drittel der Bevölkerung der Mongolei seien Hirten. Einige litten bereits unter psychischen Krankheiten. "Es gibt kein soziales Netz."

Wegen des schwersten Katastrophenwinters in der Mongolei seit 50 Jahren haben bereits die Regierung in Ulan Bator und die Vereinten Nationen um Hilfe in Höhe von knapp zwölf Mill. $ (etwa 25,7 Mill. DM) gebeten. 90 % des Landes sind von Schnee bedeckt, die Temperaturen erreichen höchsten Minus 50 Grad.

Im Nordwesten Chinas, der ebenfalls von schweren Schneefällen betroffen ist, wurden indes erste Befürchtungen laut, die Schneeschmelze im März werde schwere Überschwemmungen auslösen. Elf der 33 Flüsse dürften über die Ufer treten, warnte ein Funktionär des Katastrophenstabes der Region Xinjiang laut "China Daily".

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