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Eine Rally, die keine Wende ist

Über die Republik ziehen die ersten Herbststürme hinweg, gleichzeitig entwickelt sich ein Sturm der Entrüstung wegen des neuen Koalitionsvertrags - nur bei unseren Vizeweltmeistern war gestern Abend von Sturm keine Rede; das war ein laues Lüftchen, und auch nur zeitweise.

Unsere Börse ficht das nicht an, sie ist seit einer Woche im Aufwind. Wie passt das mit den schlechten Nachrichten aus der Wirt- schaft und den eher noch schlechteren Prognosen zusammen? Auf den ersten Blick überhaupt nicht.

Denn: Nichts, wirklich nichts hat sich am deutschen Krankheitsbild während der zurückliegenden acht Tage nachhaltig verbessert - halt! Es gibt eine Ausnahme: Immer mehr Anlageprofis sind - wenn auch noch etwas zitternd - der Meinung, dass wir die Tiefstände gesehen haben könnten und die gröbsten Übertreibungen korrigiert werden. Wir beobachten das am Klarsten bei den Kursen der Banken und Versicherungen.

Alles Schlechte dieser Welt scheint jetzt tatsächlich eingepreist zu sein. "Eingepreist"? Mit diesem Begriff ist nicht etwa - Achtung, Scherz! - die Integration von bayerischen Mitbürgern in Berlin gemeint ... Aber worauf hat sich der Aktienmarkt denn inzwischen eingestellt? Doch nur auf das Bekannte: lahme Wirtschaft, schwache Regierung, aber große Kriegsgefahr. Nicht in den Kursen enthalten ist beispielsweise ein Rückfall in tiefe Rezession oder ein längerer Mittelost-Krieg.

Dies ist also keine Trendwende, sondern bisher nur eine flotte Bärenmarkt-Rally, die durchaus noch einige Etappen vor sich haben kann. Immerhin honoriert die Börse zurzeit gute Nachrichten stärker als sie sich von schlechten beeindrucken lässt.

Wenn Sie jetzt Aktien als kurz- bis mittelfristige Anlage kaufen, dürfen Sie keine Schlaftabletten einnehmen. Bleiben Sie also auf der Hut!

Und machen Sie?s gut - bis Morgen!

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