Eine Straße sind vier Kongressdistrikte
Fraktion flieht ins Motel

Eine Politposse im US-Bundesstaat Texas sorgt in den USA für Aufsehen: Fast die gesamte Fraktion der Demokraten im texanischen Repräsentantenhaus suchte in der Nacht zum Dienstag in einem Motel im Nachbarstaat Oklahoma Zuflucht, um die von den Republikanern geplante Reform der Wahlkreise in Texas zu verhindern. Wie die "Washington Post" berichtete, legten die Demokraten, deren Fraktion 62 von insgesamt 150 Abgeordneten umfasst, mit ihrer Flucht das Parlament praktisch lahm.

HB/dpa DÜSSELDORF/AUSTIN. Die Demokraten werfen der Partei von Präsident George W. Bush vor, sie wolle die Grenzen der Wahlkreise zu ihren Gunsten verändern, um sich auch künftig die Mehrheit in Texas zu sichern. Nach US-Wahlrecht muss ein Politiker einen Wahlkreis gewinnen, um ins Landesparlament einzuziehen.

Nach Angaben der Zeitung sind jedoch viele der vorgeschlagenen neuen Wahlkreise völlig unzusammenhängend. So werde eine einzige Straße der Stadt Austin in vier Kongressdistrikte aufgeteilt, von denen sich einer dann bis zur 500 Kilometer entfernten mexikanischen Grenze winde. Die Aufteilung der Wahlkreise ist in den USA immer wieder Anlass zu politischem Streit und wird mitunter vor Gericht erstritten.

Gouverneur Rick Perry und der Parlamentssprecher wiesen indes die Polizei an, die Flüchtigen zurückzubringen. Doch Medienberichten zufolge gibt es keine gesetzliche Handhabe, die Politiker im Staat Oklahoma festzunehmen. Die flüchtigen Politiker wollen nun bis Donnerstag in ihrem Motel bleiben. Dann wäre das Gesetz vom Tisch, denn das Parlament in Austin tritt nur alle zwei Jahre für mehrere Monate zusammen.

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