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Eine Woche des Window Dressings

Die amerikanischen Aktienmärkte haben die letzte Woche des Jahres 2000 gemächlich ausklingen lassen. Blue Chips haben die Woche mit einem Plus von 1,3 Prozent beendet. Der Dow Jones Index beendet das Jahr mit 10.788 Zählern.

Der Technologieindex Nasdaq ist am Freitag wegen steuerlicher Verlustverkäufe zusätzlich unter Druck geraten, und ist auf Wochensicht gesehen 2,1 Prozent gefallen. Aufs Jahr betrachtet, war es das schwärzeste Jahr in der 29-jährigen Geschichte der Technologiebörse. 39,5 Prozent ist der Nasdaq Composite auf Jahressicht abgeschmiert, und notiert bei 2.471 Punkten. Der Dow Jones Index ist mit einem Minus von 6,4 Prozent noch verhältnismäßig unbeschadet davon gekommen.



Das war auch ein Grund dafür, weshalb Blue Chips die abgelaufene Woche freundlicher ausklingen lassen konnten als Nasdaq-Werte. Window Dressing war angesagt. Fondsmanager legen kurz vor dem Jahreswechsel die Erfolgsaktien des Jahres in ihre Portfolios. Zu den besten Performen im Jahr 2000 gehören 3M, Boeing, Pharmaaktien, einige Finanztitel wie J.P. Morgan und auch mehrere Energieunternehmen, die von steigenden Energie- und Ölpreisen profitieren konnten.



Für etwas Verstimmung am Freitag hat die Investmentbank J.P. Morgan gesorgt. Die Analysten befürchten für das kommende Jahr ein "hard landing" der US-Wirtschaft. Für die erste Jahreshälfte wird lediglich ein Wirtschaftswachstum von knapp einem Prozent erwartet. In der zweiten Jahreshälfte sieht es laut J.P. Morgan nicht viel besser aus. Prognostiziert wird ein leichter Anstieg von knapp zwei Prozent. Dafür rechnet die Investmentbank mit deutlichen Zinssenkungen im kommenden Jahr. Den Schätzungen zu Folge wird die Notenbank die Leitzinsen um bis 1,25 Prozent im kommenden Jahr reduzieren. Also zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer für gebeutelte Investorenherzen.



Gelassen haben Investoren auf schlechte Nachrichten von IBM reagiert. Das Brokerhaus Prudential Securities hatte die Umsatzerwartungen für den Computerkonzern für das laufende Quartal gesenkt. Vor allem geringere Verkaufszahlen im PC-Bereich lassen die Absatzzahlen stagnieren. Ursprünglich war ein Wachstum von 13 Prozent erwartet worden. Auch die Aussichten für Dell Computer wurden reduziert. Die Analysten senken die Gewinn- und Umsatzaussichten für das laufende Quartal, sowie die Umsatzerwartungen für 2002 von 1,12 auf 1,06 Milliarden Dollar gesenkt.



Auch wenn der skeptische Kommentar von Prudential Securities nicht zu drastischen Verkäufen geführt hat, so wurde dennoch der Trend unterstrichen, dass die Zeiten der sensationellen Wachstumsraten in den USA gezählt sind, und Gewinnwarnungen auch im kommenden Jahr Investoren auf Trab halten dürften.

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