Eine Woche nach der Kollision
Wenig Hoffnung auf baldige Freilassung von US-Crew in China

Eine Woche nach der Kollision über dem Südchinesischen Meer sind die Hoffnungen auf eine schnelle Freilassung der in China festgehaltenen Besatzung des US-Flugzeugs gesunken. Während die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung weiter auf Hochtouren liefen, bekräftigte der chinesische Vize- Ministerpräsident Qian Quichen in einem am Samstag bekannt gewordenen Brief an US-Außenminister Colin Powell die Forderung nach einer offiziellen Entschuldigung. Washington lehnt dies weiter ab.

dpa WASHINGTON/PEKING. US-Präsident George W. Bush sei zugleich "besorgt und hartnäckig", sagte sein Sprecher Ari Fleischer dem Nachrichtensender CNN. Er glaube, dass die diplomatischen Bemühungen trotz der kompromisslosen Äußerungen von chinesischer Seite Fortschritt machten, fügte der Sprecher hinzu. Er verneinte die Frage, ob Bush den jüngsten Brief von Quian Quichen als Rückschlag ansehe.

US-Diplomaten konnten die auf der südchinesischen Insel Hainan festgehaltene Besatzung am Samstag zum dritten Mal sprechen, diesmal ohne die Anwesenheit chinesischer Beamter, wie Fleischer erklärte. Die 24 Besatzungsmitglieder des notgelandeten Aufklärungsflugzeugs seien "in sehr guter Stimmung" gewesen. Bei der Begegnung seien Einzelheiten der Kollision erörtert worden. Washington hofft, dass US-Diplomaten nun täglich mit der Besatzung sprechen können.

In dem Schreiben von Qian Qichen hieß es, die amerikanischen Erklärungen zur Kollision des Aufklärungsflugzeuges mit einem chinesischen Kampfjet am Sonntag vor einer Woche seien nach wie vor "nicht akzeptabel". Das chinesische Volk sei äußerst unzufrieden damit.

Diplomaten bemühen sich um eine Lösung

Zuvor hatten sich verschiedene US-Politiker zuversichtlich über einen baldigen Durchbruch geäußert. Die Hoffnungen knüpften sich hauptsächlich an die Arbeit von amerikanischen und chinesischen Diplomaten der beiden Länder an einer gemeinsamen Erklärung. Beide Seiten sollen darin ihre "Sicht des Vorfalls" darstellen, Übereinstimmungen betonen und damit den Weg zu einer Freigabe der Crew und des notgelandeten Aufklärers freimachen.

Unterdessen wandte sich die Frau des vermissten chinesischen Piloten in einem Brief an Präsident Bush. Darin erklärt sie, dass sie vor lauter Trauer krank sei und sich in einer Klinik aufhalte. Weiter heißt es in dem von chinesischen Medien veröffentlichten Schreiben, dass Bush und die US-Regierung eine "unglaubliche Gleichgültigkeit" gegenüber dem Schicksal des Piloten an den Tag legten. Obwohl die USA einzig und allein die Verantwortung für die Kollision trügen, sei Bush zu "feige", um eine Entschuldigung auszusprechen.

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