Eine Woche nach Gründung der Auffanggesellschaft
Ex-BfG-Bank-Chef soll Schmidtbank sanieren

Der frühere BfG Bank-Chef Paul Wieandt soll die angeschlagene Hofer Schmidtbank aus der Krise führen. Der promovierte Jurist übernehme im Zuge der Neustrukturierung den Vorsitz der Geschäftsleitung, bestätigte der Bundesverband deutscher Banken am Freitag in Berlin.

dpa NÜRNBERG/BERLIN. Die deutschen Großbanken und die Bayerische Landesbank hatten zuvor in einer Rettungsaktion eine Auffanggesellschaft für das seit 173 Jahren bestehende Bankhaus gegründet. Der geschäftsführende Gesellschafter Karl Gerhard Schmidt legte sein Amt nieder.

Der neue Schmidtbank-Manager Wieandt galt bei der BfG als Sanierer. Neben dem Vorstandsvorsitz bei der BfA Bank hatte der 65- Jährige unter anderem auch den Chefposten bei der Landesbank Rheinland-Pfalz inne.

Die SchmidtBank hat Medienspekulationen zufolge einen Wertberichtigungsbedarfs von 400 Mill. Euro. Das Kreditinstitut selbst hat dazu bisher keine Angaben gemacht. Allerdings wurde spekuliert, dass die Schmidtbank unter anderem durch eine Überwertung ihrer Anteile von 64,5 % an dem Nürnberger Direkt- Broker Consors in die finanzielle Schieflage gekommen ist. Ein Verkauf des Schmidtbank-Anteils an dem Tochterunternehmen durch das Auffangkonsortium gilt als wahrscheinlich.

Am Sonntag hatten die Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank und Bayerische Landesbank gemeinsam mit dem öffentlichen Bankensektor die Auffanggesellschaft gegründet und 65 % der Schmidtbank-Anteile übernommen. Die beteiligten Häuser benannten inzwischen je einen Vertreter für den Aufsichtsrat der SchmidtBank.

Die Zukunft der Bank mit den rund 1900 Mitarbeitern und etwa 140 Filialen in Bayern, Sachsen und Thüringen gilt trotz der Auffanggesellschaft und der Benennung eines Sanierers als ungewiss. Nach Einschätzungen aus Branchenkreisen soll die Schmidtbank auf Dauer nicht weitergeführt, sondern in den nächsten zwei bis drei Jahren abgewickelt werden.

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