Einen Plan B haben die Hertha-Verantwortlichen jedoch nach wie vor
Ein Ultimatum, ein Sieg und die Sehnsucht nach Gerechtigkeit

Um seinen Job zu retten, sollte Hertha-Trainer Huub Stevens zweimal gewinnen - jetzt könnte doch schon ein Sieg in Rostock reichen.

Am Sonntagmorgen hatte zunächst keiner Erfolg, die Journalisten nicht und Huub Stevens auch nicht. Die Journalisten wollten etwas von Stevens über seine berufliche Perspektive hören, der Trainer von Hertha BSC wollte einfach nur in die Geschäftstelle. Doch die Geschäftstelle war verschlossen. "Oh, da habe ich ja Glück gehabt", sagte Stevens, ging zurück in die Kabine und ließ Kamerateams und Reporter irritiert auf dem Parkplatz zurück.

Das wars etwa? Kein Kommentar zu dem, was Dieter Hoeneß am Sonntagabend angedeutet hatte? Der Manager von Hertha BSC war nach dem ersten Saisonsieg, dem 1:0 bei Hansa Rostock nach Mainz ins "Aktuelle Sportstudio" geflogen. Dort hatte er sich sinngemäß so geäußert: Jetzt, da Stevens mit Hertha das erste Spiel gewonnen hat, der Trainer somit auf jedenFall bis Dienstag im Amt bleibt, könne man doch noch einmal über die zweite Stufe der "Vereinbarung" nachdenken. Diese besagt, dass Stevens am Dienstag im DFB-Pokal - wieder in Rostock - trotzdem gehen muss, wenn die Mannschaft nicht gewinnt. Hoeneß sagt, er warte jetzt ab, "was der eine oder andere in den nächsten Tagen von sich gibt, der vorher den Daumen nach unten gegeben hat. Wenn die sich alle einig sind, bin ich der Erste, der mit sich reden lässt".

Also Kommando zurück? Bleibt Stevens Trainer, auch wenn die Mannschaft am Dienstag verliert? Irgendwann rauschte ein Taxi auf den Parkplatz. Manager Hoeneß und Pressesprecher Hans-Georg Felder saßen darin, der Mann mit dem Schlüssel für die Geschäftsstelle. Sie kamen vom Flughafen. Wenig später trottete auch Stevens wieder aus der Kabine und war diesmal gesprächsbereit. "Ja, ich habe die Worte des Managers gehört", sagte der. Und? "Wir haben eine Vereinbarung."

Weil Stevens nicht in der Position ist, Ansprüche zu stellen, hält er sich zurück. Nach der Äußerung des Managers am Abend aber sagte Herthas Präsident Bernd Schiphorst: "Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Wir haben eine klare Vereinbarung." Schiphorsts Reaktion ist durchaus verständlich. Auch intern heißt es bei Hertha, man solle nach dem Sieg bitte nichts überstürzen. Die mit Stevens getroffene Vereinbarung, beide Spiele zu gewinnen, sei in der Tat einstimmig abgesegnet worden. Doch nicht alle seien so überzeugt vom Trainer wie der Manager. Eine Opposition gebe es sehr wohl. Die habe sich jedoch am vergangenen Wochenende in Gesprächen mit dem Manager überzeugen lassen.

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