Einen Tag nach der Super-Fahrt von Rolf Aldag
Team Telekom hat neuen Chef gefunden

Auf dem Anstieg nach L'Alpe d'Huez hat das Team Telekom endgültig seinen neuen Chef nach dem Abschied von Jan Ullrich gefunden. Als Alexander Winokurow nach seinem Solo als Zweiter schon lange im Ziel war, quälte sich Santiago Botero über den Zielstrich. 42:19 Minuten nach dem Kasachen und in einer Gruppe mit Erik Zabel, der viele Plätze vor dem Kolumbianer landete, kam der extra vom Kelme-Team losgeeiste Neuzugang an.

HB/dpa BOURG-D'OISANS. "Winokurow ist Kapitän. Sonst ist nicht viel", hatte Telekom - Teamchef Walter Godefroot schon am Samstag in Morzine-Avoriaz nach der ersten Tour-Woche erklärt, nachdem Rolf Aldag überraschend auf Platz 2 angekommen war. Der Ahlener hatte erstmals während der 90. Frankreich-Rundfahrt für strahlende Mienen im Telekom-Lager gesorgt. Zuvor hatte Zabel bei den Sprints die Überlegenheit des inzwischen ausgestiegenen Italieners Alessandro Petacchi zu spüren bekommen und sich trotz solider Platzierungen nicht völlig zufrieden gezeigt.

Botero landete schon in Morzine-Avoriaz zehn Minuten hinter Sieger Richard Virenque. "Das macht ihm selbst am meisten zu schaffen", so Aldag. Der Zeitfahr-Weltmeister, der für seine Freigabe durch die spanische Kelme-Mannschaft 230 000 Euro bezahlt hat und die Summe als Kredit von Telekom gewährt bekam, ist ratlos: "Ich kann mir auch nicht erklären, woran es liegt", erklärte Botero, im Vorjahr immerhin Vierter der Tour und damals als Erster auf dem 2645 m hohen Col du Galibier. Seine Verpflichtung will er nun bei einer Bergetappe in den Pyrenäen oder einem Einzelzeitfahren rechtfertigen.

Gerolsteiner Team ohne rechten Erfolg

Im Bianchi-Team lastet aller Erfolgsdruck auf Ullrichs Schultern. "Wir wären zufrieden, wenn wir beim letzten Anstieg jedes Mal noch zwei Leute bei ihm hätten", so Teamchef Rudy Pevenage. Richtung Morzine-Avoriaz begleiteten Ullrich David Plaza und dessen kurz vor der Tour verpflichteter spanischer Landsmann Felix Garcia Casas. Hinauf nach L'Alpe d'Huez war der Olympiasieger dann jedoch allein. Der einstige Vuelta-Sieger Angel Casero war weit und breit nicht zu sehen, die Stärke von Thomas Liese und Daniel Becke liegt im Zeitfahren, bei dem die Bianchi-Mannschaft guter Dritter war.

Mit einem 7. Platz von Sprinter Olaf Pollack musste Neuling Gerolsteiner bisher zufrieden sein. "Wir haben keinen Etappensieg versprochen", sagte Teamchef Hans-Michael Holczer. Pollack und Zeitfahr-Spezialist Michael Rich sind wegen Kniebeschwerden schon ausgestiegen, Kapitän Davide Rebellin und der schwer gestürzte Österreicher René Haselbacher quälen sich. Rebellin brauchte nach seinem Sturz in Meaux mehr als eine halbe Stunde länger nach L'Alpe d'Huez als Sieger Iban Mayo.

Der blessierte Haselbacher setzt laut "L'Equipe" seinen "Kreuzweg" fort und soll möglicherweise in der letzten Woche ähnlich wie beim Giro d'Italia für eine Überraschung sorgen. Auch Routinier Udo Bölts hat bei seiner zwölften und letzten Tour-Teilnahme noch etwas vor: "Ich möchte nicht aufhören, ohne mich noch einmal gezeigt zu haben." Ex-Kollege Aldag hat vorgemacht, wie es gehen könnte.

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