Einen Tag nach einem Raketen-Abschuss
Nordkorea warnt Bevölkerung vor US-Angriff

Vor dem Hintergrund des Konflikts um sein Atomprogramm bereitet Nordkorea nach Medienberichten das Militär und die Bevölkerung auf einen möglichen Angriff durch die USA vor.

HB/dpa SEOUL. In einer von der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang wurde den USA am Mittwoch erneut unterstellt, mit Militärübungen in Südkorea zugleich einen Angriff auf das kommunistische Land zu planen. Nordkorea könne das nächste Ziel nach dem Irak sein.

Diese Situation verlange von den Nordkoreanern, alle Reserven zu mobilisieren und auf jede Eventualität vorbereitet zu sein. Die Warnung erfolgte nach Berichten in Südkorea am Dienstag.

Die neue Kriegsrhetorik aus Nordkorea erfolgte nur kurz nach einem nordkoreanischen Raketenstart. Nach südkoreanischen Militärangaben hatte Nordkorea am Montag womöglich im Rahmen seiner Wintermanöver eine Seezielrakete mit kurzer Reichweite vor der Ostküste gestartet, die dann im Japanischen Meer (Ostmeer) niedergegangen war. US- Außenminister Colin Powell nannte bei einem Besuch in Seoul den Start einen offenbar "harmlosen Test". Die Rakete wurde nur einen Tag vor der Amtseinführung des neuen südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun am Dienstag abgefeuert.

Ein Militärschlag der USA gegen den Irak sei nur eine Frage der Zeit, hieß es am Mittwoch in dem KCNA-Bericht. "Das unaufhörliche Säbelrasseln der USA in Südkorea vor diesem Hintergrund schafft eine extrem angespannte Lage, in der sie jederzeit einen Präventivschlag gegen die Volksrepublik (Nordkorea) führen können." Dies zwinge Nordkoreas Armee und die Bevölkerung, "mit allen erforderlichen Mitteln und Möglichkeiten in voller Bereitschaft zu sein".

Die US-Streitkräfte hatten in der vergangenen Woche gemeinsame Truppenübungen mit Südkorea im März angekündigt. Diese stünden jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Atomstreit. Powell hatte in Seoul am Dienstag bekräftigt, dass die USA den Norden der geteilten Halbinsel nicht angreifen wollten. Einen Nichtangriffspakt, wie ihn Pjöngjang verlangt, lehnt Washington allerdings ab.

Südkoreas neuer Präsident warnte den kommunistischen Nachbarstaat bei seiner Antrittsrede vor der Entwicklung von Atomwaffen. Zugleich unterstrich er den Wunsch der südkoreanischen Regierung, den Nordkorea-Konflikt friedlich auf diplomatischem Weg zu lösen.

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