Einer wie Hackl: Rodelweltmeister Möller mit Buddha zum Sieg

Einer wie Hackl
Rodelweltmeister Möller mit Buddha zum Sieg

Der neue Rodel-Weltmeister David Möller lässt sich einiges einfallen, um seine Ziele zu erreichen.Der Oberhofer rieb vor seinem Renndebüt auf der Olympia-Bahn im japanischen Nagano im Zenkoji-Tempel an einem Buddha. Ein Ritual, das ihm womöglich nötige Glück brachte, um in einem packenden Finale vor dem dreimaligen Olympiasieger Georg Hackl zum ersten Mal den WM-Titel zu gewinnen. .

HB HAGANO. Auf seinem Helm hatte Möller asiatische Schriftzeichen angebracht mit der Bedeutung "Geist der Samurai" und seinen Schlitten mit dem Symbol für "Glück" verziert.

Am liebsten aber verlässt sich Möller, der 2001 und 2002 bereits Junioren-Weltmeister geworden war, auf sich selbst. Er ist ein akribischer Arbeiter, wissbegierig und immer auf der Suche nach Innovationen. "Ich habe noch keinen Sportler erlebt, der so viel fragt, immer neugierig ist und alles, was er erfahren kann, in sich aufsaugt", sagt Bundestrainer Thomas Schwab über den Thüringer.

Mit 22 Jahren fuhr Möller nun seinen ersten Weltmeister-Titel ein - genau wie Hackl, dem dies 1989 in Winterberg gelang, als Möller gerade mal sieben Jahre alt war. Mit 21 hatte er sein erstes Weltcuprennen gewonnen - genau wie Hackl vor 16 Jahren. Doch auch wenn ihn die Vergleiche mit dem 37 Jahre alten, erfolgreichsten Rodler der Welt ehren, so nerven sie ihn bisweilen auch. "Weil ich einfach kein Hackl bin", betont Möller.

Dennoch: Der Oberhofer bringt den gleichen Ehrgeiz mit, sich und sein Renngefährt immer weiter zu entwickeln wie Hackl. Und das am liebsten selbstständig. "Ich möchte mich auch nicht zu sehr von Trainern und Mechanikern abhängig machen", stellt der Oberhofer klar, der nur zufällig durch eine Umfrage in seiner Schule 1991 mit dem Schlittensport begann.

Der Sohn taubstummer Eltern, der sein Abitur mit der Note 1,2 abschloss und auch in seiner Ausbildung beim Bundesgrenzschutz zu den Besten zählt, weiß, was er kann, kennt aber auch seine Schwächen. "Ich weiß, dass ich noch viel verbessern muss. Ich werde nicht den Fehler machen, mich auf diesen Erfolgen auszuruhen", sagte er nach dem WM-Sieg.

Ausgesprochen entspannt wirkte Möller, der zu Saisonbeginn oftmals noch verschlossen daherkam, bei den Titelkämpfen. Damit er seine eigene Homepage (www.rennrodeln.net) auch selbst bebildern kann, gönnte er sich eine neue Digital-Kamera, die gleich beim Eröffnungs- Zeremoniell im Bahnhof von Nagano zum Einsatz kam. Einen kessen Spruch für die Journalisten hatte er ebenso parat wie ein charmantes Lächeln für die japanischen Fans. Nicht nur darin ähnelt er Hackl, der Möller bereits als seinen Nachfolger auserkoren hat.

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