Einfachere Auslandsexpansion
China befreit seine Unternehmen von Fesseln

China will noch in diesem Jahr den Kauf von Devisen für seine Bürger und Unternehmen erleichtern. Das kündigte Zentralbankgouverneur Zhou Xiaochuan auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos an. Mit diesem Schritt sollen chinesische Investitionen im Ausland weiter erleichtert und die hohe Sparquote reduziert werden.

DAVOS. Zu Jahresbeginn hatte Peking bereits angekündigt, die Beschränkungen bei Auslandsinvestitionen zu verringern. Auf dem Weltwirtschaftsreform nannten chinesische Politiker nun ehrgeizige Wachstumsziele. Bis zum Jahr 2010 wolle die Volksrepublik das Bruttosozialprodukt von 2,2 Bill. US-Dollar verdoppeln, sagte Vizepremier Zeng Peiyan. Um das zu erreichen, werde Peking eine innovationsgetriebene Strategie verfolgen und die Industrie massiv modernisieren. Zeng nannte Bereiche wie den IT-Sektor, die Energiewirtschaft, die Biotechnologie, das Transportwesen, die Werkzeugmaschinenindustrie und die Dienstleistungen. Er versicherte, dass Chinas Entwicklung energieeffizient und nach modernen Umweltstandards erfolgen soll.

Die Modernisierung der chinesischen Wirtschaft setze eine intensivere Integration in die globalen Märkte voraus, sagte Zentralbankchef Zhou. Das Land befinde sich "in einer Lernphase". Chinesische Unternehmen seien dabei, sich mit internationalen Rechnungslegungsstandards, Corporate Governance und Finanzierungsmethoden vertraut zu machen.

Der Chefvolkswirt von Morgan Stanley, Stephen Roach, forderte von Peking eine weniger auf Exporte und Investitionen fixierte Wachstumsstrategie. "Peking muss das Wachstum stärker aus dem Binnenkonsum ableiten", sagte Roach. Die chinesische Regierung will offensichtlich beide Stränge miteinander verknüpfen. "Wir werden die Binnennachfrage in den nächsten 5 Jahren erheblich stärken, um neue Wachstumsimpulse zu setzen", sagte Zeng. "Gleichzeitig müssen wir ein Gleichgewicht zwischen Konsum und Investitionen erzeugen."

Mit der Entwicklung neuer Investitionskanäle und der Auflegung neuer privater Risikokapitalfonds wollen Chinas Finanzbehörden sich jetzt daran machen, die hohe Sparquote von derzeit 45 Prozent abzuschöpfen. "China muss die Reformen beschleunigen, um das Vorsorgesparen zu reduzieren", sagte der Zentralbankchef.

Schöpft China große Teile des Sparvolumens für die eigene Entwicklung ab, geraten die USA womöglich stark unter Druck, warnte allerdings Roach. China ist einer der größten Nachfrager von US-Staatsanleihen. Sollte China die Zukäufe einschränken, würden die US-Zinsen stark ansteigen und die Konjunktur einbrechen.

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