Einfallslosigkeit statt Wettbewerbsvorteil
Prost auf teure Promis

Prominente Sportler haben Durst, sagen sich Werbestrategen in der Dämmerung der Fußball-Weltmeisterschaft. Drum hofft die deutschen Brauerei- und Getränkeindustrie auch auf den Durst der Fans, denn die sollen der darbenden Branche in diesem Sommer zu besseren Umsätzen verhelfen. Schließlich soll das Bier nur so laufen. Zu dumm nur, dass sich der Werbegag wider Willen zu einem Massentrend entwickelt hat.

Zur Zeit kann sich der Fernsehzuschauer vor bekannten Fußballer-Gesichtern kaum noch retten, wenn er abends durch die Werbeblöcke schaltet. Nationalspieler Michael Ballack dribbelt für Pepsi über den Rasen, und Bayer-Leverkusen-Torwart Hans-Jörg Butt kickt zusammen mit Toni Schumacher für Volvic Papierbälle. Auch aus dem Sport-Moderatoren-Lager bedient sich die Getränkeindustrie: Krombacher wirbt mit Günther Jauch für einen guten Zweck, und das Coca-Cola-Wasser Bonaqua hat Johannes B. Kerner verpflichtet.

Promis in Horden können allerdings schnell für Überdruss beim heiß umkämpften Sportfan sorgen: "Wenn nur ein Markenartikler mit einem bekannten Gesicht wirbt, verschafft das einen Wettbewerbsvorteil", meint Bernd Michael, Chef der zweitgrößten deutschen Werbegruppe Grey Global Group. "Wenn es alle machen, zeugt das von Einfallslosigkeit", so der Werbefachmann. "Die Glaubwürdigkeit der Prominenten leidet", warnt Jürgen Blomenkamp, Chef von Mediacom Europe, einer der größten Media-Agenturen. Ganz zu schweigen von den Preisen für prominente Werbeträger, die die Getränkeriesen gegenseitig in die Höhe treiben und streng geheim halten. Na dann Prost.

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